Niederorschel. Die Kinder einer Eichsfelder Grundschule widmen sich den Special Olympics. Dabei versetzen sie sich unter anderem selbst in die Lage von Sportlern mit Handicap.

Im vergangenen Sommer wurden alle Schulen Thüringens dazu aufgerufen, sich bei dem Schul- und Fanprojekt von Special Olympics Thüringen anzumelden. Auch die Grundschule Niederorschel hatte sich bei der weltweit größten Sportorganisation von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung beworben.

„Hier werden zwei wichtige Säulen unseres Schulalltags miteinander verbunden: Freude an Bewegung und Nachhaltigkeit“, begründet Stefanie Müller, Schulverantwortliche für Presse und Nachhaltigkeit, die Entscheidung. Ausgewählt, um bei diesem Schulprojekt teilzunehmen, wurden die 41 Drittklässler der Schule. „Mit diesem Projekt sollen die Special Olympics Deutschland unter Kindern und Jugendlichen bekannt gemacht werden. Darüber hinaus werden durch gemeinsames Erleben und Austausch Barrieren und Berührungsängste abgebaut. Die Lernenden erkennen die Besonderheiten des inklusiven Sports, erleben Wertschätzung hautnah und eine andere Sichtweise auf den olympischen Gedanken“, so Müller.

Durch die Unterstützung der Sportvereine könne nachhaltig das Thema Inklusion im Sport vorangebracht werden, führt Müller weiter aus. Als Erstes hatten die Kinder der Klassenstufe 3 im Oktober vergangenen Jahres einen Workshop bei Astrid Hentrich von den Nationalen Winterspielen, wo sie lernten, was die Special Olympics sind, was geistige Behinderung bedeutet, was das Besondere an diesem Trainings- und Wettkampfsystem ist, und welche Rolle Sport im Alltag geistig behinderter Menschen spielt.

Beeinträchtigung selbst erfahren

Um das Gelernte direkt auszuprobieren, wurden in der Turnhalle schon Wintersportarten mit Handicap simuliert und ausgetestet. Im November folgte dann ein besonderer Schultag mit Kindern aus der Förderschule „Janusz Korczak“ aus Höngeda. Hier konnten die Schüler beider Schulen gemeinsam sportlich aktiv werden und das inklusive Wettkampfsystem erproben.

Ihre Ergebnisse trugen die Kinder in mehreren Collagen zusammen.
Ihre Ergebnisse trugen die Kinder in mehreren Collagen zusammen. © Grundschule Niederorschel | Sandra Böhm

„Der nächste Punkt des Projektes war, dass die Schüler im Dezember eine Dokumentation des Projektes in Form einer Collage erstellt haben. Der letzte und projektabschließende Höhepunkt war am 31. Januar, wo unsere Kinder der Klassenstufe 3 nach Erfurt in die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle fahren durften“, erklärt Müller. „Sie waren als Zuschauer der Nationalen Spiele der Special Olympics beim Eiskunstlauf und beim Stockschießen dabei. Das Staunen und die Begeisterung während dieser einzigartigen Wettbewerbssituation waren immens.“

Aufgrund der Euphorie und des Jubels, der von den Grundschülern ausging, wurden sie anschließend sportlich herausgefordert und durften das Stockschießen nach den offiziellen Spielen selbst ausprobieren. Darüber hinaus gab es noch weitere Stationen und Übungen als wettbewerbsfreies Angebot, bei dem die Kinder an diesem Tag aktiv werden konnten, berichtet Müller. Begleitet und unterstützt wurden die Kinder während des gesamten Projekts von ihren Klassen- und Sportlehrerinnen Sandra Böhm und Patricia Rusch. „Letztendlich haben alle Freude am Sport erlebt und daraus gelernt, andere trotz Einschränkungen zu respektieren“, resümiert Stefanie Müller.

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