Geflügelpest: Im Eichsfeld können Tiere in speziellen Volieren an die frische Luft

Eichsfeld  Der Kreisverbandschef der Geflügelzüchter hofft auf einen kurzen Zeitraum der angeordneten Stallpflicht.

Für seine Streicherenten hat Gerhard Müller einen kleinen Auslauf gebaut, so dass sie auch jetzt an die frische Luft können.

Für seine Streicherenten hat Gerhard Müller einen kleinen Auslauf gebaut, so dass sie auch jetzt an die frische Luft können.

Foto: Sebastian Grimm

Für Hühner, Enten, Gänse und anderes Geflügel ist nach dem Bekanntwerden eines Geflügelpestfalles in Bleicherode in Nordthüringer Landkreisen die Stallpflicht angeordnet worden. „2006 ging es damit los, aber da war alles viel schlimmer“, sagt Gerhard Müller, Vorsitzender des Kreisverbandes der Eichsfelder Rassegeflügelzüchter.

Ganz ohne frische Luft müssen die Tiere nicht auskommen, denn man kann sie in einer speziellen Voliere halten. „Diese muss ringsum von einem engmaschigen Netz umgeben sein“, so Müller. Das Netz würde auch auf dem Dach reichen, doch da liege momentan das Problem: Wenn es weiter schneit, könnten die Schneemassen solche Dächer beschädigen. Viel Arbeit für die Geflügelzüchter und Halter, um das zu kontrollieren.

Mit Änderung der Geflügelpestverordnung sei einiges einfacher und ein wenig besser für die Tiere geworden, weiß Gerhard Müller. Dazu zählt das Halten in einer wie oben beschriebenen Voliere. Vorher habe man nicht mit dem engmaschigen Netz arbeiten dürfen, musste eine vollkommen dichte Voliere errichten. „Durch das Netz dringt aber nichts durch“, so Müller. Auch ist neu, dass nur noch der betroffene Bestand gekeult werde und nicht alle Tiere aus der betroffenen Region. Zudem werden Sperrbezirke eingerichtet.

Rassentauben können den Virus nicht übertragen

„Für Rassetauben gilt das aber nicht, denn sie können den Virus nicht übertragen. Die Gefahr geht von den Wildvögeln aus“, sagt der Eichsfelder Kreisvorsitzende. Für die betroffenen Tiere sei das nicht so schön, aber um die Ausbreitung zu verhindern, seien die Maßnahmen erforderlich. Müller sagt auch, dass man die Tiere jetzt nur im Stall füttern solle, auf keinem Fall in der Voliere, um nicht unnötig die Wildvögel anzulocken. „Übertragen wird der Virus vor allem durch den Kot“, so Müller.

Mit Wehmut erzählt Gerhard Müller von besseren Zeiten vor der Corona-Pandemie. „Leider waren in diesem Zuchtjahr keine Ausstellungen möglich. Das fehlt uns Züchtern sehr.“ Im Eichsfeld sollte am Wochenende die Kreisschau stattfinden. „Da hätten wir aufgrund des Ausbruchs der Geflügelpest jetzt wahrscheinlich ein großes Problem. Die Stallpflicht wurde am Freitag angeordnet, da hätten die Tiere längst in den Ausstellungskäfigen gesessen“, so Müller, der für alle Geflügelliebhaber hofft, dass die angeordnete Stallpflicht nicht so lange dauert.

Tierseuchenkasse springt bei eventuellen Verlusten ein

„Ich habe mit unserem Veterinäramt noch nicht gesprochen. Ich werde am Montag mal anrufen. Wenn weiter nichts passiert, hoffe ich, dass in 14 Tagen bei uns wieder alles vorbei ist.“ Jetzt sehe man wieder, dass es wichtig sei, sich an alle Vorschriften zu halten. So müsse jeder Halter und Züchter seine Tiere aus dem Bestand beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse melden. „Es werden auch Kontrollen vom Amt durchgeführt“, sagt Gerhard Müller, der froh ist, dass man über die Tierseuchenkasse abgesichert ist, wenn der Geflügelpestvirus für Verluste sorgt.