Regelschule Arenshausen hat die ersten "Netbook-Klassen"

Arenshausen (Eichsfeld). Netbooks, kleine internetfähige mobile Computer, sind seit dieser Woche in den beiden siebten Klassen der Regelschule Arenshausen ein normales Lernmittel. Alle 32 Schüler besitzen jetzt ein Netbook und nutzen es sowohl im Unterricht als auch zur Vor- und Nachbereitung zu Hause.

In die Geschichte der Kreuzzüge vertieften sich Katharina Zufall (l.) und Helena Raub und ihre Mitschüler aus Klassenstufe 7 in Arenshausen mit ihren Netbooks. Foto: Jürgen Backhaus

In die Geschichte der Kreuzzüge vertieften sich Katharina Zufall (l.) und Helena Raub und ihre Mitschüler aus Klassenstufe 7 in Arenshausen mit ihren Netbooks. Foto: Jürgen Backhaus

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Die siebten Klassen in Arenshausen seien damit die ersten "Netbook-Klassen" im Landkreis Eichsfeld und gehörten zu den ersten in ganz Thüringen, berichtet Schulleiter Klaus Döllmann. "Unser Ziel ist es, Netbooks als selbstverständliches Medium in den Schulalltag zu integrieren", erklärt der Schulleiter. Denn zum einen sei die Beherrschung der Computer-Technologie heute eine kulturelle Grundtechnik geworden, mit der Schüler kritisch und selbstbewusst umgehen sollten. Und zum anderen fördere sie das individuelle Lernen, Kreativität und Kommunikation und nicht zuletzt das "Lernen zu lernen", das immer wichtiger werde.

Die Einführung dieses modernen Lernwerkzeugs, parallel zu den weiterhin genutzten normalen Lehrbüchern, der grünen Tafel und der Kreide, aber unter Verzicht auf interaktive Tafeln, war seit Juni mit mehreren Elternabenden, einem entsprechenden Beschluss der Schulkonferenz und einer speziellen Fortbildung der beteiligten Lehrer vorbereitet worden. Die Eltern erklärten sich bereit, die Computer für ihre Kinder anzuschaffen. Bei einer Sammelbestellung von 40 Subnetbooks (kleine Form, ohne CD-Rom-Laufwerk) für alle Siebtklässler und einige Lehrer waren das pro Stück 255 Euro.

Weil nur kostenlose Lernsoftware genutzt wird, auf Basis des Betriebssystems Linux Mint, wurden pro Netbook 80 Euro durch den Verzicht auf Windows gespart. Die Schüler loggen sich mit Benutzernamen und Kennwort auf die Lernplattform "Moodel" ein, die auf dem schuleigenen Server läuft. Für die Einrichtung hatte Schulleiter Döllmann selber gesorgt, unterstützt von der EDV-Abteilung der Kreisverwaltung. "Ein gewisser Kraftaufwand war dafür schon nötig", sagt er.

Bei der Nutzung des Internets sorgt ein Filter dafür, dass bestimmte Inhalte nicht erreichbar sind. Beim Besuch unserer Zeitung am Mittwoch riefen die Schüler im Geschichtsunterricht gerade mit Lehrerin Birgit Nolte Landkarten und Bildmaterial zu den Kreuzzügen auf, aus der Thüringer Schulmediathek. "Unsere Schüler sind hochmotiviert", freut sich der Schulleiter.

Die Schüler erhalten auf ihre Rechner auch Aufgaben, die sie mit diesem zu lösen haben, können Daten hochladen und dem Lehrer Rückmeldungen geben. Möglich seien auch kleine Tests mit sofortiger Auswertung und die Vernetzung untereinander, erläutert Klaus Döllmann. Pro Tag sollen die Siebtklässler die neue Technik in ein bis zwei Unterrichtsstunden einsetzen. Ende Januar solle es eine erste "Manöverkritik" mit den Elternvertretern geben. Derweil testet Döllmann die Schulplattform auch in der Klassenstufe 9 zur Unterrichtsvorbereitung in Physik, da man sich mit jedem Computer zu Hause einloggen kann.

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