Besser als im Training: Der FC Rot-Weiß Erfurt stoppt Negativserie

Erfurt.  Der FC Rot-Weiß Erfurt trotzt Spitzenreiter Altglienicke mit couragierter Leistung ein 1:1 ab.

Petar Lela (rechts) freut sich mit Marc-Frank Brasnic über den Ausgleich.  Pressefoto

Petar Lela (rechts) freut sich mit Marc-Frank Brasnic über den Ausgleich. Pressefoto

Foto: Frank Steinhorst

Für ein paar Augenblicke war es ganz still im Steigerwaldstadion. Nur 87 Sekunden nach dem Anpfiff setzte sich Christian Skoda im Kopfballduell mit Erfurts Abwehrspieler Pierre Becken zum 1:0 durch. „Dass uns sofort der Ausgleich gelungen ist, war sehr wichtig“, sagte Petar Lela, der sein Glück kaum fassen konnte.

Tags zuvor nämlich übte die Mannschaft im Training genau jene Situation ein, die 24 Stunden später postwendend zum Tor führte. Rico Gladrow schlug einen Freistoß in den Strafraum, wo Lela goldrichtig stand und ebenso mit dem Kopf den Ball ins Tor bugsierte. „Im Training hat das siebenmal nicht geklappt, und nun dieses Tor. Ich bin glücklich“, sagte der der 1,98 Meter lange Innenverteidiger, der schon in der vergangenen Saison beim Erfurter 7:1 einen Treffer beigesteuert hatte.

Altglienicke mit sieben Siegen in acht Spielen

Diesmal aber war schon vor dem Anpfiff klar, dass es gegen die Berliner nicht noch einmal solch einen Spaziergang geben würde. Die VSG Altglienicke kam derweil mit der Empfehlung von sieben Siegen aus den letzten acht Spielen nach Erfurt und war erstmals sogar schon einen Tag eher nach Thüringen gereist.

Doch so erfrischend der überraschende Regionalliga-Spitzenreiter die Begegnung eröffnete, so beherzt hielt Rot-Weiß Erfurt im ersten Punktspiel seit der Entlassung von Trainer Thomas Brdaric dagegen.

Auf sechs Positionen hatte Krüger im Vergleich zum jüngsten Regionalligakick (0:4 in Lichtenberg) seinen Kader geändert und brachte unter anderem Marcel Bär für den nach der fünften gelben Karte gesperrten Kapitän Lukas Novy in der Abwehr. Allerdings war der Interimstrainer auch deshalb zu Umstellungen gezwungen, weil Stammkräfte wie Sinisa Veselinovic, Morten Rüdiger (beide Muskelprobleme) oder Alexander Schmitt (erkrankt) nicht zur Verfügung standen. Mit langen Bällen in Richtung des Berliner Tores und dadurch mit guten Chancen vor allem in Halbzeit eins (Brasnic/21., Aydemir/25.), mit einem quirligen Ali Abu-Alfa bei dessen ersten Punktspiel-Einsatz von Beginn an oder einem Abwehrspieler Lucas Surek, der auch viel für die Offensive tat, ließ der FC Rot-Weiß den Funken auf den Rängen überspringen. Schon zur Halbzeit verabschiedeten die Zuschauer die Spieler zum ersten Mal in dieser Saison mit viel Applaus in die Kabine.

Beide Mannschaften drängten auf den Siegtreffer, aber Robin Krüger konnte schließlich auch mit der Punkteteilung gut leben. „Wir haben gegen den Tabellenführer ein Unentschieden geholt und die Negativserie gestoppt. Allein schon deshalb dürfen wir mit diesem Remis zufrieden sein“, sagte der Interimstrainer. Für Geschäftsführer Michael Krannich war in erster Linie die Einstellung der Spieler ein wichtiger Gradmesser: „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt.“

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