Erfurter identifiziert fünf weitere Hummelarten

Erfurt  Matthias Hartmann ist Leiter des Naturkundemuseums Erfurt und untersucht die eingesandten Insekten.

Museumschef Matthias Hartmann bestimmt Hummeln und stellt somit fest, welche Arten in Erfurt leben. Das Bild ist ein Archiv-Bild.

Museumschef Matthias Hartmann bestimmt Hummeln und stellt somit fest, welche Arten in Erfurt leben. Das Bild ist ein Archiv-Bild.

Foto: Anja Derowski

In Thüringen sind im vergangenen Jahr fünf weitere Hummelarten entdeckt worden. Bisher waren sieben Arten bekannt. Matthias Hartmann, der Leiter des Naturkundemuseums Erfurt, hatte wie in jedem Jahr dazu aufgerufen, tot aufgefundene Hummeln an ihn zu schicken. „Die Leute hatten, wahrscheinlich auch coronabedingt, offensichtlich viel Zeit und schickten unglaublich viele Hummeln ein. Ich bin immer noch nicht fertig mit dem Bestimmen“, erzählt der Diplombiologe. Er hat nun den Nachweis für zwölf Arten, wobei manche allerdings nur Einzelarten sind. Zwei der zwölf kommen sehr häufig vor, sechs indes sehr sehr selten. „Drei Arten fehlen nach wie vor in Thüringen, sie sind hier wahrscheinlich ganz weg.“

Eine davon ist die Bunthummel. Sie steht bereits auf der Vorwarnliste für gefährdete Wildbienen. Zudem fiel ihm auf, dass die eingeschickten Hummeln meist sehr klein waren, also fast ausschließlich Arbeiterinnen. Es gebe zu wenig Königinnen, so der Experte. Er hatte außerdem vier Nester im Nordpark beobachtet, auch dort fand er keine Königin. Immerhin sei aber die Stadtverwaltung auf gutem Wege. „Ein Lob an das Gartenamt, die Mitarbeiter lassen nun auch mal länger das Grün stehen, es gibt mehr Blühwiesen als früher“, sagt Matthias Hartmann.