Planspiel Weltpolitik: Erfurter Studenten dürfen USA repräsentieren

Keinen leichten Stand hatte Michael Kuhlendahl am Wochenende: Als Student der Staatswissenschaften in Erfurt kam ihm die Rolle eines Diplomaten aus Israel zu, der die Siedlungspolitik seines Landes zu verteidigen hatte.

Auf diplomatischem Parkett brachte das "Model United Nations" am Wochenende die Vereinten Nationen im Ratssitzungssaal zusammen. Dabei schlüpften Studierende aus zwölf Nationen in die Diplomaten-Rolle der Mitgliedsstaaten. Foto: Frank Karmeyer

Auf diplomatischem Parkett brachte das "Model United Nations" am Wochenende die Vereinten Nationen im Ratssitzungssaal zusammen. Dabei schlüpften Studierende aus zwölf Nationen in die Diplomaten-Rolle der Mitgliedsstaaten. Foto: Frank Karmeyer

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Erfurt. "Am Ende geht es um eine friedliche Lösung", sagte er. Wissend, dass in einem Planspiel wie dem am Wochenende die Ergebnisse der Endabstimmung andere sein dürften als in der politischen Wirklichkeit. Doch auch wenn die Landesvertreter vom Wochenende nicht die Konsequenzen ihrer Entscheidungen - etwa eine geforderte Zwei-Staaten-Lösung - in der Praxis zu tragen hätten, hatten sich alle intensiv vorbereitet, um die jeweilige Perspektive glaubhaft einnehmen zu können, ob als Vertreter Israels oder eines arabischen Landes.

Bereits zum dritten Mal trafen sich Studierende in Erfurt, um in Form eines Planspiels die Vereinten Nationen abzubilden. Von 14 Universitäten, aus 12 Nationen und von 4 Kontinenten waren Teilnehmer angereist, um an zwei Tagen im Rathausfestsaal als Diplomaten aktiv zu werden. Wie bei einer Konferenz der Vereinten Nationen wurde dabei nicht nur das Rednerpult genutzt, um für die eigenen Ziele zu werben, auch in den Pausen wurde an Resolutionen gefeilt und ganz informell nach Mehrheiten gesucht.

Für die Erfurter Teilnehmer wie Michael Kuhlendahl galt es Abläufe zu erlernen auf dem diplomatischen Parkett, teils hitzige Debatten zu befrieden und Reden zu halten in englischer Sprache. Für die Erfurter war es zugleich die Vorbereitung auf das große Treffen von 3000 Studenten, die vom 13. bis 17. April in New York wieder Staaten vertreten und die Diplomaten geben. Den Erfurtern kommt dann die Aufgabe zu, gemeinsam mit Mitstudenten der Uni Bamberg, die USA zu vertreten - was üblicherweise namentlich herausragenden amerikanischen Unis vorbehalten ist, gereicht den Erfurtern zur Ehre. Etwa 20 werden zur Simulation in New York aus Erfurt einfliegen.

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