Jungsturm-Prozess: Kontrollen am Landgericht Gera werden verschärft

Gera.  Zwei Hooligan-Prozesse und eine Kundgebung an einem Tag: Am Geraer Landgericht gelten am Mittwoch verschärfte Sicherheitsbestimmungen.

Absicherung durch die Polizei und eine lange Schlange am Einlass: Schon der Prozessbeginn im Jungsturm-Verfahren am 12. November fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht Gera statt.

Absicherung durch die Polizei und eine lange Schlange am Einlass: Schon der Prozessbeginn im Jungsturm-Verfahren am 12. November fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht Gera statt.

Foto: Bodo Schackow

Im Geraer Justizzentrum ist man nicht sonderlich glücklich über die Terminlage am Mittwoch. Denn: In der ersten Etage des Landgerichts Gera findet der zweite Prozesstag im Jungsturm-Verfahren gegen vier mutmaßliche Erfurter Hooligans statt, die u.a. eine kriminelle Vereinigung gebildet haben sollen, und im Erdgeschoss sitzt zeitgleich Felix R. auf der Anklagebank. Auch er wird der Hooliganszene und insbesondere der Gruppe „Jungsturm“ zugerechnet.

R. war gegen ein Urteil des Amtsgerichts Rudolstadt vorgegangen. Das hatte ihn wegen verschiedener Straftaten, darunter u.a. Körperverletzung und mehrere Sachbeschädigungen, zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt und dabei eine rechte Tatmotivation strafschärfend beurteilt.

An diesem Mittwoch nun finden sich sowohl R. als auch die mutmaßlichen „Jungsturm“-Mitglieder Theo W., Steve W., Marco K. und Robin B. auf der Anklagebank in den beiden Prozessen wieder.

Am Landgericht Gera hat man deshalb die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, wie ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage bestätigte. U.a. wurde Unterstützung durch die Polizei angefordert. Die war schon in der vergangenen Woche, als nur ein Prozess lief, mit einem Großaufgebot vertreten.

Ezra erwartet bedrohliche Situation für Zeugen und Betroffene

Eingeflossen in die Bewertung sind auch Erfahrungen aus dem Prozess gegen R. am Amtsgericht - dort waren mehrfach gewaltbereite Neonazis zu den Verhandlungstagen aufgetaucht.

Die Beratung für Opfer von rechter und rassistischer Gewalt, Ezra, erwartet eine bedrohliche Situation für Zeugen und Betroffene der angeklagten Taten. „Wir erwarten, dass sich Szenen wie in Rudolstadt nicht wiederholen“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

Im Umfeld des Justizzentrums ist zudem zeitgleich zu den Verhandlungen eine Kundgebung angemeldet. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung bestätigte das auf Anfrage.

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