Gotha. Kriegsgräberfürsorge stellt ihre Arbeit der Seniorenunion Gotha vor. Mit Sprache besser durch den Alltag. Bundeswehr übt unter Decknamen „Kecker Spatz“. Kleinprojekte mit Regionalbudget finanzieren.

red

Motto „Nie wieder Krieg“ aktueller denn je

Kriegsgräberfürsorge stellt ihre Arbeit der Seniorenunion Gotha vor

Die Mitglieder der Senioren-Union der Stadt und des Landkreises Gotha sind jetzt zu ihrer ersten Veranstaltung des Jahres 2024 zusammengekommen.

Dazu hatten sie den Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Henrik Hug eingeladen, der mit einer Präsentation über die Geschichte, die Aufgabenschwerpunkte und persönlichen Erfahrungen seiner Familie berichtete. 1919, nach Ende des Ersten Weltkrieges, gründete sich der Volksbund auf private Initiative, mit dem Ziel, die Schrecken des Krieges transparent zu halten und den Opfern eine würdige Ruhestätte zu schaffen.

„Dass dieser Gedanke mit dem Zweiten Weltkrieg erneut aktuell werden sollte und ungeahnte Dimensionen annahm, konnte damals niemand absehen“, erinnert Konrad Gießmann, Vorsitzender der Kreissenioren-Union.

Ziele des Vereins sind, die Gräberpflege von Kriegsgräberstätten im Ausland, die Erinnerungs- und Gedenkkultur der Gefallenen beider Weltkriege wach zu halten und somit einen Beitrag zur Völkerverständigung und Versöhnung über den Gräbern zu leisten.

Während der DDR-Zeit war keine Arbeit möglich; hier übernahmen Kirchen und das DRK wichtige Aufgaben. Erst nach 1990 begann die Arbeit auf der Basis der freiheitlichen Grundordnung auch in Thüringen mit dem Landesverband.

Kriegsgräberabkommen wurden mit über 40 Staaten abgeschlossen und bilden damit die Grundlage für die Arbeit des Volksbundes. 12 000 bis 15 000 Tote exhumieren Umbetter pro Jahr, sie bestatten die Opfer in würdiger Form und bieten damit den Angehörigen eine Möglichkeit des Trauerns.

Weltweit kümmert sich der Volksbund auf mehr als 800 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern um die Erhaltung von mehr als zwei Millionen Gräber beider Weltkriege. Über 200 000 Umbettungen sind bis 2029 geplant.

In Thüringen befinden sich 570 Kriegsgräberstätten für ca. 106 000 Opfer. Hug betonte aber auch eine weitere Seite der Arbeit - die Arbeit mit Jugendlichen, um das Geschehene beider Weltkriege transparent durch Pflegearbeiten der Gräber zu verdeutlichen und im Rahmen der jährlich stattfindenden Workcamps, Begegnungen von Jugendlichen vieler Länder zu organisieren und Freundschaften zu begründen. Gießmann weist darauf hin, dass hierbei die Stadt Gotha in den vergangenen Jahren ein wichtiger und verlässlicher Partner des Volksbundes war.

Außerdem engagiert sich der Verein im Rahmen der Friedenspädagogik in den Schulen des Freistaates Thüringen und macht damit deutlich, dass das Motto „ Nie wieder Krieg“ aktueller denn je wieder geworden ist. red

Mit der Sprache besser durch den Alltag

Ein vielversprechendes Projekt begann Anfang Februar im Gothaer Frauenzentrum: Ein dreimonatiger Konversationskurs speziell für zwölf Frauen aus der Ukraine. Ziel dieses Kurses ist es, die praktische Anwendung der deutschen Sprache zu fördern, heißt es in einer Mitteilung der Johanniter-Unfall-Hilfe weiter. Unter der ehrenamtlichen Leitung von Tanja Hogel, selbst aus der Ukraine stammend, treffen sich die Teilnehmerinnen zweimal pro Woche, um alltägliche Themen wie Arztbesuche, Schulangelegenheiten sowie die Kommunikation mit Ämtern und Behörden zu üben und anzuwenden.

Tanja Hogel ermutigt die Frauen, ihre Sprachkenntnisse aktiv einzusetzen und sich auf Deutsch über Themen des täglichen Lebens auszutauschen. „Wir sind sehr dankbar, Frau Hogel in unserem Team zu haben. Sie unterstützt nicht nur bei der Durchführung des Kurses, sondern bietet auch einmal wöchentlich eine niedrigschwellige Sozialberatung für ukrainische Geflüchtete in unseren Räumlichkeiten an“, betont Anne Störger, aus der Johanniter-Servicestelle Integration in Gotha.

Dieser Kurs soll den neu zugewanderten Mitbürgern nicht nur beim Erlernen der deutschen Sprache helfen, sondern ihnen auch helfen, sich in ihrem neuen Lebensumfeld besser zurechtzufinden.

Bundeswehr übt im Nachbarkreis

Soldaten des Aufklärungsbataillons 13 der Friedenstein-Kaserne in Gotha absolvieren als Spähparcours unter dem Decknamen „Kecker Spatz“ vom 4. bis 7. März 2024 eine Übung im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Hierbei soll auch Manövermunition zum Einsatz kommen.

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen wird dabei voraussichtlich in den Bereichen Zella-Mehlis, Oberhof und Steinbach-Hallenberg betroffen sein, wie das Landratsamt in Meiningen weiter mitteilt. Die Bundeswehrübung mit 70 Soldaten, 20 Radfahrzeugen, zwei Drohnen und zwei nichtmotorisierten Schlauchbooten wurde beim Fachdienst Ordnung und Straßenverkehr für folgende Zeiträume angemeldet: Anmarsch 4. März, Übung 4. bis 7. März und Abmarsch 7. März.

Kleinprojekte mit Regionalbudget finanzieren

Seit dem vergangenen Jahr ermöglicht das Land Thüringen den Regionalen Aktionsgruppen (RAGn) die Möglichkeit, ein Regionalbudget für Projekte zu beantragen. Im vorigen Jahr konnten 23 Projekte, die über mediale Ausstattungen von Vereinen, Dartanlagen oder Öffentlichkeitsmaterialen handeln, umgesetzt werden.

Im Fokus steht dabei die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, des Ehrenamtes und Vereinslebens. Des Weiteren werden Projekte unterstützt, die die Region als attraktiven Lebens-, Arbeits- und Erholungsort weiterentwickeln – aber auch vorhandene Naturräume sichern. Bis auf Baumaßnahmen, die im Regionalbudget ausgeschlossen werden, sind eine Vielzahl von Projektideen möglich. Gefördert werden Investitionen von 20.000 Euro und 80 Prozent Förderquote.

Das Projekt muss spätestens bis zum 15. Oktober dieses Jahres umgesetzt werden. Mit der Durchführung der Projekte darf erst nach Vertragsabschluss zwischen der RAG und Projektträger, voraussichtlich ab Mitte Mai, begonnen werden. Die Anträge sollten bis zum 8. März eingereicht werden.

Weitere Informationen erteilt Marie-Luise Will vom Regional-Management der RAG unter Tel.: (0361) 4413213 oder unter E-Mail: m.will@thlg.de.