Gotha. Kurzweiliges von einem echten Gothschen: Der 82-jährige Schauspieler Peter Bause begeistert das Publikum zum Stifterwochenende der Gothaer Kulturstiftung.

Es ist schon zu einer Tradition geworden, dass zum Stifterwochenende der Kulturstiftung Gotha der Schauspieler Peter Bause in seiner Heimatstadt auftritt. Erstmals geschehen 2009 im Ekhoftheater. Bedingt durch dessen unlängst erfolgte Sperrung, wurde kurzerhand der Bürgersaal des Rathauses in eine Bühne verwandelt.

Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) scherzte bei seiner Begrüßung am Freitagabend, dass somit zum ersten Mal seit 18 Jahren – seiner bisherigen Amtszeit – im Rathaus Theater gemacht werde. Anschließend hieß er den Mimen, der von Gotha in die Welt gezogen war, willkommen.

Der mit Beifall begrüßte Peter Bause hatte mit der Bemerkung, dass es immer schwer sei, nach IHM aufzutreten, die Lacher auf seiner Seite. Es sei für ihn ein großes Ereignis, wieder hier zu sein. Als Botschafter seiner Heimatstadt erzähle er überall, wie schön Gotha sei.

Vom Wahnsinn mit den Kennwörtern

Wie angekündigt, war er gekommen, um zu erzählen. Das fiel ihm nicht schwer, denn er betreibe diese Absurdität bereits über 60 Jahre. Zur Auflockerung erzählte er eine Anekdote seines Schauspielkollegen Eberhard Esche (1933-2006), der seinen Auftritt in Suhl wegen des beim Biss in ein Gehacktesbrötchen zerbrochenen Gebisses absagen musste.

Danach berichtete er anschaulich, wie man als Schauspieler beim Textlernen verrückt werden kann, am Beispiel des Stückes „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard (1931-1989), der 1972 in Wien den Grillparzer-Preis bekam. Die Qualen der Preisverleihung beschrieb er in dem posthum erschienenen Buch „Meine Preise“, brillant rezitiert von Peter Bause.

Köstlich war auch der nachgespielte Ehestreit, in dem es um eine verlegte Brille ging, die sich schließlich auf der Stirn der Gattin wiederfand. Auch die Sprachpolizei bekam ihr Fett weg, weil sie Mumien kurzerhand zu mumifizierten Personen erklärte.

Selbst die Tücken des Alltag nahm Bause aufs Korn, unter anderem den Wahnsinn mit den Kennwörtern, die ständig geändert werden müssten. Seine gefundene Variante sei zwar nicht zu knacken, aber noch schwerer zu merken.

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Mit der Bemerkung „Eins lese ich noch, und dann spiele ich noch ein Theaterstück“, leitete Bause das Ende seines nur von einer kurzen Pause unterbrochenen anderthalbstündigen Auftritts ein. Es handelte sich um den Einakter von Anton Tschechow „Über die Schädlichkeit des Rauchens“ von 1901, der ebenfalls mit viel Beifall bedacht wurde.