Die Gothaer Innenstadt soll abgepollert werden

Conny Möller
| Lesedauer: 3 Minuten
In einer Informationsveranstaltung stellte die Stadtverwaltung ihr Konzept zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt vor. Rund 80 interessierte Bürger kamen in die Stadthalle.

In einer Informationsveranstaltung stellte die Stadtverwaltung ihr Konzept zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt vor. Rund 80 interessierte Bürger kamen in die Stadthalle.

Foto: Conny Möller

Gotha.  Ab 1. Januar 2022 soll die Innenstadt von Gotha verkehrsberuhigt werden. Lieferzonen und Poller sollen eingerichtet werden.

Ab 1. Januar 2022 wird das Einfahren und Parken in der Innenstadt rund um den Gothaer Hauptmarkt verändert. Grund: die Innenstadt soll verkehrsberuhigt und für Gäste aus nah und fern attraktiver werden. Wie das umgesetzt werden soll und was die Änderungen für Anwohner und Gewerbetreibende in Zukunft bedeuten, darüber informierte die Stadtverwaltung in einer Informationsversammlung.

Rund 80 interessierte Gothaer Bürger kamen am Mittwochabend in die Stadthalle. Coronabedingt hatten diese sich zuvor anmelden müssen, um Zugang zur Veranstaltung zu erhalten. Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) wies die Gäste aufgrund der steigenden Inzidenzen nochmals auf die bestehenden Corona-Regeln hin. Das bedeutete, dass die Zuhörer Maske zu tragen hatten.

Kreuch machte darauf aufmerksam, dass auf alle Betroffenen in der Innenstadt eine harte Zeit zukommt. „Wir wollen eine Verkehrsberuhigung für den frisch sanierten Hauptmarkt und die Fußgängerzonen schützen“, sagt das Stadtoberhaupt. So habe es bereits im Vorfeld mehrere Gespräche mit dem Gewerbeverein gegeben, wie neben der Verbesserung der Parksituation auch Möglichkeiten geschaffen werden, um die Innenstadt zu beleben.

Denis Steger, Leiter des Tiefbauamtes der Stadtverwaltung, stellte im Anschluss die geplanten Vorhaben in Bild und Text vor. Dem zunehmenden Fahrzeugverkehr in der Innenstadt und Fußgängerzonen soll ein Riegel vorgeschoben werden. Im Klartext: Es werden an ausgewiesenen Stellen zahlreiche Poller eingebaut und Lieferzonen eingerichtet, um das generelle Befahren zu unterbinden. Unterteilt wird die Verkehrsberuhigung in drei Quartierbereiche.

Innenstadt in Quartierbereich aufgeteilt

Das Quartier 1 betrifft Margarethenstraße, Ekhofplatz, Mönchelstraße, Siebleber Straße und Schwabhäuser Straße. „Wir werden hier abpollern und eine Lieferzone in der Margarethenstraße einrichten“, erklärt Steger. Bestehen bleibt das Kurzzeitparken am Ärztehaus am Ekhofplatz. Für auswärtige Gäste stehen die kostenlosen Stellplätze am Mohren zur Verfügung.

Die Straßen Brühl, Augustinerstraße, Jüdenstraße, Hauptmarkt, Fritzelsgasse, Blumenbachstraße, Klosterstraße und Klosterplatz bilden das Quartier 2. Sie sind nach Aussagen von Knut Kreuch mit Fahrzeugen überfüllt. Das soll sich in Zukunft ändern. Stand der Hauptmarkt vor der Sanierung als Parkfläche zur Verfügung und konnte befahren werden, so wird dies ab der Einweihung am 10. Dezember nicht mehr möglich sein. Steger: Ab der Augustinerstraße wird dicht gemacht und in der Jüdenstraße darf nicht mehr geparkt werden. Die Stellflächen in der Blumenbachstraße stehen nur noch Anwohnern zur Verfügung.

Abgepollert werden soll auch das Quartier 3 - Neumarkt, Lutherstraße, Lucas-Cranach-Straße, Marktstraße, Pfortenstraße, Gerbergasse und Querstraße. Ambulante Pflegedienste und Handwerker sollen entsprechende Stellflächen nutzen können.

Gastwirt Stefan Skoberla sieht die Pläne mit gemischten Gefühlen. So hält er die Anlieferungszeiten bis 10 Uhr für Gewerbetreibende zu kurz. „Was passiert bei Havarien“, fragte er die Stadtvertreter. Steger: Für Handwerker und Pflegedienste werde es Regelungen geben. Ansonsten könne eine Sondernutzung bei der Stadt beantragt werden. Gewerbetreibende werden weiterhin in der Innenstadt beliefert.

Apotheker Michael Karow, der in der Querstraße die Stadt-Apotheke betreibt, sieht die Verpollerung gerade im Bereich Neumarkt problematisch. Tiefbauamtsleiter Denis Steger hielt dagegen: „Wir können keine Schlupflöcher zulassen, sonst fahren die Leute weiter in die Innenstadt, um beispielsweise Geld von der Bank oder Brötchen zu holen.“