Diese Objekte sollen an die Mitteldeutsche Schlösserstiftung gehen

Erfurt  Von Schloss Friedenstein bis zum Mauritianum in Altenburg: Zu den Einrichtungen gehören nicht nur Residenzen, sondern auch Museen im ganzen Freistaat.

Schloss und Park Friedenstein Gotha haben einen Sanierungsbedarf von 77 Millionen Euro. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpa

Schloss und Park Friedenstein Gotha haben einen Sanierungsbedarf von 77 Millionen Euro. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpa

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Folgende Objekte und Einrichtungen will Staatskanzleiminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) an die

neu zu gründende Kulturstiftung Mitteldeutsche schlösser und Gärten (KMSG) gen Halle übertragen:

  • 1. Schloss und Park FriedensteinGotha aus dem Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) haben einen Sanierungsbedarf von 77 Millionen Euro. 60 davon sind durch ein älteres Investitionsprogramm gedeckt. Das frisch sanierte Herzogliche Museum Gotha soll aus städtischem Eigentum ebenfalls überführt werden, nicht aber das Perthesforum mit den Sammlungs-Depots. Die Friedenstein-Stiftung betreibt mit 47 Mitarbeitern und 3,77 Millionen Euro an Zuschüssen die Museen und Sammlungen. 75 Prozent des Aufwands leistet die kleine Kommune, nur 25 Prozent das Land.
  • 2. Schloss Reinhardsbrunn, ehemals Sommerresidenz der Sachsen-Gothaer, soll nach Enteignung eines fragwürdigen Investors zurück ins Eigentum des Freistaats. Ein Nutzungskonzept gibt es noch nicht. Den Sanierungsaufwand schätzt das Landesamt für Denkmalpflege zwischen 7 Millionen (zur Bestandserhaltung) und 26,3 Millionen Euro (nutzungsbezogen) ein.
  • 3. Der ehemals Schwarzburgische Schlosskomplex Sondershausengehört ebenfalls der Thüringer Stiftung (STSG) und braucht rund 42 Millionen Euro für die Sanierung. Akut ist die Lage im Alten Nordflügel mit schweren Statik-Problemen; die Nutzung der Schlosskapelle sowie der Geschosse darüber ist eingeschränkt; Depots mussten zu Jahresanfang ausgelagert werden. Das Schlossmuseum, das auch die städtischen Sammlungen beherbergt, befindet sich in Trägerschaft der Kommune.
  • 4. Die HeidecksburgRudolstadt - im Eigentum der STSG und zugleich deren Sitzort - braucht 36,8 Millionen Euro. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt verantwortet den Museumsbetrieb.
  • 5. Dieser kümmert sich ebenso um die Schwarzburg(STSG), die außer den Anlagen in Sondershausen und Rudolstadt das Erbe der Schwarzburger Fürsten repräsentiert. Die von den Nazis verfremdete Burg benötigt noch rund 21 Millionen Euro.
  • 6. Das Kloster Paulinzella(STSG) wurde im 12. Jahrhundert gegründet, jedoch nach der Reformation aufgelassen. Zeitweilig nahmen die Schwarzburger sich der inzwischen zur Ruine verfallenen Anlage an. Sie dient heute gelegentlich als Veranstaltungsort. Der Bedarf wird auf 6,8 Millionen Euro geschätzt.
  • 7. Die Veste Heldburg(STSG), die „Fränkische Leuchte“, gehörte zeitweilig den Sachsen-Gotha-Coburger Herzögen und zeitweilig den Sachsen-Meiningern. Sie beherbergt heute das Deutsche Burgenmuseum, das vornehmlich Leihgaben von der Wartburg und aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zeigt. Der verbleibende Sanierungsaufwand der Immobilie wird auf 9,65 Millionen Euro geschätzt.
  • 8. Schloss und Park Meiningengehören der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach, die auch die Museen in dieser Anlage sowie im Baumbachhaus in Kranichfeld (8a) und im Friedrich-Fröbel-Museum Bad Blankenburg (8b) betreibt. Die Kulturstiftung wird vom Land und den beiden Städten und Landkreisen getragen. Der Sanierungsaufwand ist der Staatskanzlei nicht bekannt.
  • 9. Das Lindenau-Museum samt Marstallin Altenburg befindet sich in Eigentum und Trägerschaft des Landkreises. Für ihre Sanierung stehen aus einem im vorigen Winter beschlossenen Bund-Landes-Programm 48 Millionen Euro parat. Die Betriebskosten von derzeit etwa 1,2 Millionen Euro werden sich nach der Sanierung vermutlich verdoppeln. Das Lindenau-Museum gilt wie Gothas Friedenstein als einer der Kultur-Leuchttürme im Lande.
  • 10. Schloss Altenburgund das Mauritianumsamt deren kulturhistorische bzw. naturkundliche Museen und Sammlungen gehören der Stadt. Auch hier gibt es zurzeit keine Einschätzung des Sanierungsaufwands.

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