Erkundungsbohrungen bleiben in Nordthüringen weiter möglich

Erfurt/Küllstedt/Gräfentonna  Das Landesamt verlängert die Erlaubnis zur Salzsuche auch für den Bereich bei Küllstedt. Bürgerinitiativen sind erneut alarmiert.

Bei einer Probebohrung (Symbolfoto).

Bei einer Probebohrung (Symbolfoto).

Foto: Grit Pommer/Archiv

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Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hat für den Bereich Küllstedt (Landkreis Eichsfeld) eine sogenannte „Erlaubnis zur Aufsuchung zu gewerblichen Zwecken“ verlängert. Demnach darf ein Unternehmen aus Australien mit Dependance in München nun bis 2023 nach Stein-, Kali-, Magnesia und Borsalzen suchen. Neben dem Bereich um Küllstedt existiert eine weitere Aufsuchungserlaubnis für Gräfentonna (Landkreis Gotha). Ebenfalls bis 2023.

Bürgerinitiativen sind bereits alarmiert: Werden jetzt doch Bohrungen durchgeführt? Das Risiko sieht Lutz Kromke, der sich in der Vergangenheit mit den Bürgerinitiativen Fahner Höhe und Unstrut-Hainich bereits gegen mögliches Fracking aufgelehnt hatte. Die Initiativen hatten beispielsweise in den Anhörungen zum Wasserhaushaltsgesetz eine zwingende öffentliche Beteiligung bei großen raumordnenden Verfahren gefordert. „Das wäre gelebte Demokratie gewesen“, sagt Kromke auf Anfrage dieser Zeitung. Allerdings schaffte es die öffentliche Beteiligung nicht ins Gesetz. Mit der Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis sei nun das Risiko da, dass doch Bohrungen durch die Hintertür erfolgen könnten.

Es seien derzeit keine Erkundungsbohrung im Erlaubnisfeld geplant

Das Thüringer Umweltministerium weist diese Darstellung zurück, kann sie aber nicht vollends entkräften. Im Bescheid wird formuliert: „Die Fortsetzung der Vorbereitungsarbeiten für eine Kontrollbohrung wird von der Erlaubnisinhaberin zum heutigen Zeitpunkt für nicht erforderlich betrachtet.“ Auf Nachfrage erklärt ein Sprecher von Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne), dass „derzeit keine Erkundungsbohrung im Erlaubnisfeld“ vorgesehen sei.

Das schließt für die Zukunft allerdings mögliche Bohrungen in einem der beiden Felder bei Gräfentonna oder Küllstedt nicht aus. Was die Firma selbst dazu sagt? Eine Anfrage dieser Zeitung beim Geschäftsführer der East Exploration GmbH von vergangener Woche blieb bis gestern unbeantwortet. Im vergangenen Dezember hatte das Unternehmen zumindest im Feld bei Gräfentonna von einer Erkundungsbohrung Abstand genommen, nachdem die Erlaubnis – wie jetzt für das Küllstedter Feld – verlängert wurde.

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