Thorsten Büker über ein Gespräch im Gerichtssaal und die Entscheidung im Kabinett

Kein Vergehen mehr, ein Verbrechen: Wer Bilder von nackten Kindern besitzt und sie weiterleitet, macht sich in Deutschland strafbar. 2021 wurde das Kinderpornografie-Gesetz verschärft, und viele Menschen atmeten auf, sah das neue Gesetz doch eine Mindeststrafe von einem Jahr vor. Dass gut gemeint nicht immer gut gemacht ist, wurde am Mittwoch am Jenaer Schöffengericht deutlich. Dort unterhielten sich Staatsanwalt und Verteidiger in einer Verhandlungspause über die Blüten des Gesetzes, die den Behörden zu schaffen machte und für eine Fülle an unnötigen Verfahren sorgte.