Schott-Blasmusiker chartern zum 20. Male die Noll in Jena

Jena.  Seltenes Jubiläum: Zum 20. Male seit dem Jahr 2000 übernimmt das Schott-Blasorchester für einen Tag das Gasthaus „Noll“.

Im Zeichen des Kartoffelstampfers und der Klöße: Am 19. Januar steht wieder das Blasorchester Schott in der Küche der Noll, deren Mitarbeiter somit wie seit 20 Jahren einen freien Wandertag im Team genießen können. Von links: der Alt-Vorstands-Chef des Orchesters, Günter Müller Hipper, sein Nachfolger Guido Geßner, Koch Paul Schulz und Noll-Küchen-Chefin Kerstin Babin.

Im Zeichen des Kartoffelstampfers und der Klöße: Am 19. Januar steht wieder das Blasorchester Schott in der Küche der Noll, deren Mitarbeiter somit wie seit 20 Jahren einen freien Wandertag im Team genießen können. Von links: der Alt-Vorstands-Chef des Orchesters, Günter Müller Hipper, sein Nachfolger Guido Geßner, Koch Paul Schulz und Noll-Küchen-Chefin Kerstin Babin.

Foto: Foto: Thomas Stridde

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Statistik ist bei Jubiläen das Salz an der Suppe – oder hier treffender: der krosse Croûton im Kartoffelkloß. Günter Müller Hipper, Alt-Vorstands-Chef des 50-köpfigen Schott-Blasorchesters, kann vor der 20. freundlichen Übernahme des Gasthauses „Zur Noll“ am Sonntag, 19. Januar, durch die Musiker eine bemerkenswerte Bilanz offerieren.

Schließlich war und ist der Kartoffelkloß der lukullische Held der 20-jährigen Übernahme-Geschichte: Um die 5000 Klöße hätten die kochenden und servierenden Blasmusiker seit dem Jahr 2000 unter die „Noll“-Gäste gebracht, berichtete Günter Müller Hipper. Beigegeben wird den Klößen diesmal Hirschgulasch, Rinderroulade oder Schwarzbierfleisch. Für die an einem solchen Tag bis zu 180 Gäste stünden aber auch vegetarische und kloßfreie Alternativen im Angebot, sagte der neue Orchester-Chef Guido Geßner.

Etwa 15 Musiker kümmern sich um das Servieren und sieben – unter Chefkoch Müller Hipper – um die Küche. So kann die „Noll“-Mannschaft an diesem Tag wieder beruhigt ihren Betriebsausflug genießen. Um 9.30 Uhr beginnt am 19. Januar die freundliche Übernahme; ab 11.30 Ist das Gasthaus geöffnet. Zeit mit Kartoffelreiben vertun die Musiker allerdings an diesem Tag nicht. Der fertige so genannte Schab aus Heichelheimer Kartoffeln wird gekauft.

Und wie schaut „Noll“-Chef Andreas Jahn auf das Regime unter Chefkoch Müller Hipper? – Jahn lacht und sagt: „In seiner antiquierten Art hat er klare Vorstellungen und ist deshalb so verbissen. – Im Positiven!“

Tatsächlich versteckt Günter Müller Hipper nicht, dass er Kloß-Fan ist. „Braten und Salzkartoffeln dazu, das passt doch irgendwie nicht zusammen.“ Wenn irgend möglich, kämen auch bei ihm daheim die von ihm gefertigten Klöße auf den Tisch.

„Das hab ich von der Großmutter übernommen und weitergetragen.“ Die eigenen Kinder würden da mehr experimentieren. – Nichts für ihn! Freilich bekomme bei ihm jeder Kloß einen Croûton implementiert. Mit diesem Eingriff gelange im Übrigen Luft ins Innere, so dass der Kloß besser schwimme.

Andreas Jahn resümierte, dass am Anfang vor 20 Jahren das Konkurrenzdenken bei den Jenaer Mitbewerbern größer gewesen sei und er sich mit der medial effektvollen Übernahme „den Zorn der Gastronomie“ eingehandelt habe. Das sei heute vorbei.

Auch sonstige „zum Teil schwere Bedenken“ seien längst verflogen, stellte Guido Geßner fest. Überdies diene die Erfahrung im Gasthaus der Teambildung in Vorbereitung des Frühlingskonzerts am 25. April im Volkshaus. Hinzu kommt: Von 13.30 Uhr an wird am Sonntag zum Kuchenbuffet geladen.

Den Verkauf übernimmt der Chor der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist, mit dem das Schott-Blasorchester musikalisch verbandelt ist – nämlich beim gemeinsamen Planetariumskonzert am 3. Advent 2020.

Klang- und sanglos geht aber auch der kommende Sonntag nicht ab. Guido Geßner versprach, dass die Blasmusiker ein wenig akustischen Nachtisch reichen. Das gehört zu einem solchen Tag wie der Croûton zum Kartoffelkloß.

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