Eisenach. Die ThSV-Männer drehen beim 25:24 ein verrücktes Derby gegen Leipzig zu ihren Gunsten. Der Verein setzt auf Kontinuität und verlängerte die Verträge mit der sportlichen Führung.

René Witte hielt es nicht mehr auf dem Sitz. Der Manager peitschte alle nach vorn. Die anfangs in weiter Ferne liegende Siegchance war beim 21:21 (52.) wieder da, kurz darauf beim 23:21 (56.) sogar ganz nah. Vier Minuten später durften er und sein ThSV endlich jubeln. Acht Sekunden vor Schluss traf Alexander Saul zum 25:23 – und hinein ins Eisenacher Glück. Das Ende eines verrückten Derbys, das sein Team 25:24 (11:12) gegen DHfK Leipzig gewann. Das Ende einer Durststrecke nach sieben Niederlagen.

„Ich möchte meinen Jungs Riesenrespekt zollen. Was wir heute für eine Abwehr gestellt haben, war mega“, schwärmte Trainer Misha Kaufmann von der Defensivleistung. Die im Verbund mit dem Publikum erwies sich als entscheidender Faktor für den vierten Sieg des Aufsteigers. „Mit der Atmosphäre sind wir nicht klargekommen“, räumte Gästecoach Rúnar Sigtryggsson ein und beklagte, dass sich seine Spieler zu viele mit den Unparteiischen beschäftigt hätten.

Trainer Misha Kaufmann verlängert bis 2027

Stehende Ovationen gab es vor dem Derby. ThSV-Präsident Shpetim Alaj verkündete unter Riesenbeifall, dass der Verein auf Kontinuität in der sportlichen Führung setzt. So sind die Verträge mit Trainer Misha Kaufmann und dem Sportlichen Leiter Maik Nowak bis 2027 verlängert worden. Manager René Witte wird weitere fünf Jahre die Geschäfte führen. Die Freude bei den Dreien hielt sich auf der Platte selber aber zunächst in Grenzen.

Gut zwei Jahre ist es her, dass Rúnar Sigtryggsson als damaliger Auer Interimstrainer letztmals in der Aßmann-Halle zu Gast war. Der Isländer, der die Atmosphäre bestens aus seiner Zeit beim ThSV Eisenach vor 19 Jahren kennt, erwartete einen Kampf gleich an zwei Fronten. Gegen die Mannschaft und gegen die Halle.

2740 Fans machen einen Höllenlärm

Seine Befürchtung schien sich in einem Punkt zu bewahrheiten. Die 2740 Zuschauer machten einen Höllenlärm, standen wie eine Wand hinter den Blauen. Die nur schienen nicht so recht mitspielen zu wollen. Hinten setzte sich der ThSV kräftig zur Wehr. Vorn klemmte es. Drei versiebte Siebenmeter, ein halbes Dutzend freie Würfe aus bester Lage: Die Leipziger sagten Danke und setzten sich auf 9:3 ab (18.).

Umso erstaunlicher, wie die Eisenacher trotz der kalten Dusche wieder aufstanden, sich mit Riesenherz zurückkämpften. Allen voran Marko Grigc und Moritz Ende übernahmen Verantwortung und ließen ihr Team peu à peu herankommen. Um ein Haar wäre mit der Pausensirene der Ausgleich gelungen. Den Ball aber setzte Ende an den Balken.

Dennoch: Die Eisenacher waren wieder da. Umso mehr, nachdem Grgic ausgeglichen, Manuel Zehnder und Mait Patrail im ersten Heimeinsatz für Eisenach eine 16:14-Führung herausgeworfen hatten (40.). Leipzig konterte. Ein verrücktes Spiel wurde noch verrückter, mit Eisenacher Jubel am Ende.

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