Aufs Ganze gehen

Jena  Die Damen der Roma Bowlers gehen als Tabellenzweiter in die Schlussphase der Zweiten Bundesliga

Die erfolgreiche Jenaer Bowling-Equipe: Cornelia Eichhorn, Kati Schmidt, Haylay Rumkee, Joanne Allsebrooke und Julia Keil.

Die erfolgreiche Jenaer Bowling-Equipe: Cornelia Eichhorn, Kati Schmidt, Haylay Rumkee, Joanne Allsebrooke und Julia Keil.

Foto: zgt

Kati Schmidt macht kein großes Federlesen: "Der Unterschied zu den ersten Spieltagen ist, dass sich unsere Einstellung geändert hat. Am Anfang wollten wir einfach nur in der Zweiten Bundesliga bleiben. Jetzt gehen wir aufs Ganze. Wir wollen aufsteigen", sagt die Spielerin der Roma Bowlers. Und die Ausgangsposition zwei Spieltage vor dem Ende der Saison ist durchaus vielversprechend. Die Jenaerinnen sind Zweiter, nur drei Zähler hinter Primus Frankfurt.

Doch ausgerechnet gegen die ging am vergangenen Wochenende das letzte Spiel klar verloren. "Weil die Frankfurterinnen gegen uns mal eben einen Schnitt von 222 Pins gespielt haben", sagt Schmidt. Da ist nicht mitzuhalten. Überhaupt waren die Begegnungen in Frankfurt-Eschersheim am Wochenende allesamt recht knapp verlaufen. Vier Siege, fünf Niederlagen – die Jenaerinnen hielten sich wacker wider alle äußeren Umstände. Da waren die auf dem Hinflug verlorenen Bowlingbälle der beiden englischen Nationalspielerinnen Haylay Rumkee und Joanne Allsebrooke – oder aber der Feueralarm im Hotel, der Team und Betreuer in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Nachtkleid auf die kalte Straße trieb. Man könnte meinen, dass dies vor allem für Mannschaftsleiterin Schmidt ein echter Wecker war: Spielte sie am Samstag noch einen Schnitt von 167 Pins, verbesserte sie sich am Sonntag auf fabelhafte 211. Ihre Erklärung: "Ich habe dann einfach mehr auf mich vertraut und die unkomplizierten Bälle gespielt", sagt sie. Das gesamte Wochenende hätten alle Spielerinnen der Roma Bowlers ein gutes Gefühl gehabt, gute Spiele abgeliefert. Dass sich dies nicht in mehr Siege habe ummünzen lassen, lag auch an der außergewöhnlichen Form der anderen.

In zwei Wochen etwa steht der vorletzte Spieltag an – dann ganz in der Nähe in Leipzig. Es gäbe durchaus Gedankenspiele, im Vorfeld die wenigen Kilometer Fahrtstrecke auf sich zu nehmen, um in der Messestadt zu trainieren, sich vorab an die Bahn zu gewöhnen. Schließlich will man ja nun hoch, man will aufsteigen.

Und dafür legen die Jenaerinnen auch personell noch einmal nach. Für den Spieltag in Leipzig hat man eine weitere englische Nationalspielerin verpflichten können: Danielle Hopcroft, 25 Jahre alt, und mit vielfältigen internationalen Meriten ausgestattet. "Mit ihr wollen wir oben angreifen, alles versuchen, um die sich bietende Chance zu nutzen", sagt Schmidt.

Der Erfolg der Roma Bowlers würde wohl vollendet, wenn auch die Herren den Aufstieg packen würden. Die liegen in der Thüringer Landesliga auf Platz eins, liefern sich da ein Duell mit Fiskus Erfurt. Am Samstag steht das Heimspiel im Jenaer Bowling Roma an. "Diesen kleinen Vorteil wollen wir uns zunutze machen", sagt Tom Freygang, "um die Aufstiegsspiele in Ludwigsburg zu erreichen".

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