Biathlet Christoph Stephan: Mit eiserner Disziplin nach Sotschi

Es war mehr als nur eine Geste. Das Vertrauen der Trainer hat gut getan. Vielleicht war es sogar ein gutes Omen. Als Biathlet Christoph Stephan im vergangenen März in Sotschi zum ersten Mal nach knapp zwei Jahren wieder bei einem Weltcup an den Start gehen durfte, war eine lange Leidenszeit vorbei. In unserer TLZ-Serie stellen wir Thüringer Kandidaten für Sotschi vor.

Zuversicht: Der Oberhofer Christoph Stephan will zurück in die Weltspitze. Foto: Sascha Fromm

Zuversicht: Der Oberhofer Christoph Stephan will zurück in die Weltspitze. Foto: Sascha Fromm

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Oberhof. "Das war ein wichtiger Grundstein für den kommenden Winter, dass ich bei den ganz Großen wieder dabei sein durfte", sagte der 27 Jahre alte Sportsoldat mit Blick auf seinen Einsatz in Russland. Ins Wintersportzentrum von Kransnaja Poljana will der Skijäger vom WSV Oberhof 05 in sechs Monaten zu den Olympischen Winterspielen zurückkehren: "Ich habe das als Belohnung betrachtet und sehe mich in der Pflicht, jetzt auch etwas durch Leistung zurückzugeben."

Der gebürtige Rudolstädter war schon in der Weltspitze angekommen. Sein größter Erfolg gelang ihm bei der WM 2009 im südkoreanischen Pyeongchang, als er Silber im Einzelrennen eroberte. Dabei war der Thüringer erst durch den krankheitsbedingten Ausfall von Andreas Birnbacher ins Aufgebot für dieses Rennen gerutscht. Ihm gelang es danach zwar, an den Winterspielen 2010 in Vancouver teilzunehmen, aber die Weltspitze entrückte mehr denn je. Denn: Christoph Stephan hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, eine Gluten-Unverträglichkeit wurde festgestellt, worauf er seine Ernährung umstellen musste. Die Saison 2011/2012 ließ er komplett aus, im vergangenen Winter kämpfte er sich schließlich mit eiserner Disziplin zurück. Zu seinem Fitnessprogramm gehörte ein sechstägiges Mountainbike-Rennen in den chilenischen Anden genauso wie die Teilnahme am volkssportlichen Rennsteig-Skilauf, wo er über die 15 Kilometer Rang zwei belegte. Noch viel wichtiger: Mit Gesamtplatz sechs im IBU-Cup - sozusagen der zweiten Liga der Biathlon-Welt - empfahl sich Stephan für den Weltcup. Auch seine Weisheitszähne wurden gezogen. Von nun an soll es nur noch bergauf gehen. "Ich bin zuversichtlich", sagte Stephan, der dies an konkreten Zahlen festmacht. Beim jüngsten Laufbandtest schnitt er sehr gut ab. "Unser Trainer Mark Kirchner hat es super geschafft, dass ich mit einem positiven Gefühl in den Winter gehen kann", sagte der einstige Vizeweltmeister, der den Inhalt der Übungsstunden verändert hat. "In der Vergangenheit war ich oft müde. Jetzt fühle ich mich richtig gut und bin voller Tatendrang", sagte Christoph Stephan.

Sein Fahrplan ist klar abgesteckt. Bei den morgen beginnenden Deutschen Meisterschaften in Langdorf und Ruhpolding will er seine Trainingsergebnisse mit guten Resultaten untermauern. Um den letzten freien Platz in der sechsköpfigen Weltcup-Mannschaft zu ergattern, muss er unmittelbar vor dem Weltcup-Auftakt am 24. November im schwedischen Östersund beim ersten IBU-Cup-Rennen des Winters in Idre (Schweden/22. bis 24. November) eine ansprechende Leistung anbieten. "Auf dieses Ziel konzentriere ich mich. Aber der Start bei den Winterspielen ist natürlich das große Ziel."

Zur Person: Christoph Stephan

Geboren: 12. Januar 1986 in Rudolstadt

Beruf: Polizeimeister bei der Bundespolizei

Spitzname: Kralle

Christoph Stephan ist mit der Ex- Biathletin Sabrina Buchholz befreundet. Bis zur sechsten Klasse war er als Langläufer unterwegs. Am Beginn seiner Sportkarriere schlug sein Herz noch für den Fußball. 1998 trat er als Biathlet erstmals zur Thüringer Meisterschaft an. Im Winter 2006 feierte er als erst 20-Jähriger sein Debüt im Weltcup, als er in Kontiolahti Platz 56 im Sprint belegte.

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