Rot-Weiß: Tor-Premiere für Ofosu-Ayeh bei Remis in Babelsberg

Potsdam. Der Außenverteidiger trifft beim 1:1 in Babelsberg zum ersten Mal im 58. Drittliga-Einsatz und lässt persönliche Zukunft nach der Saison noch offen.

Phil Ofosu-Ayeh hat soeben das 1:0 geschossen und dreht etwas ungläubig zum Jubeln ab.Fotos: Frank Steinhorst

Phil Ofosu-Ayeh hat soeben das 1:0 geschossen und dreht etwas ungläubig zum Jubeln ab.Fotos: Frank Steinhorst

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Die vierte englische Woche in Folge liegt hinter dem FC Rot-Weiß. Durch das 1:1 am Samstag beim ebenfalls abstiegsbedrohten SV Babelsberg 03 behaupteten die Erfurter den Sieben-Punkte-Abstand zum ersten Abstiegsplatz. Sie verpassten es jedoch auch, durch einen vollen Erfolg den Klassenerhalt praktisch perfekt zu machen.

Die größte Freude am Unentschieden hatte Außenverteidiger Phil Ofosu-Ayeh. Mit seiner zwischenzeitlichen 1:0-Führung hatte der rechte Flügelflitzer den Grundstein für den Punktgewinn gelegt (31.). Es war sein erster Treffer im 58. Drittliga-Einsatz für den FC Rot-Weiß.

Dabei spielte auch der Faktor Zufall deutlich mit. Ausgerechnet sein bester Kumpel im Verein, Rafael Czichos, legte das Premieren-Tor per Diagonalschuss vor. "Das war schon glücklich", gibt auch Ofosu-Ayeh zu, "aber vielleicht sollte es auch so sein. Nur schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat."

Trainer Alois Schwartz, der Ofosu-Ayeh lobte ("Er läuft immer auf Hochtouren. Dass er sich belohnt hat, freut mich besonders"), sah sich beim Tor bestätigt: "Auf so einem schlechten Rasenplatz darf man nicht viel dribbeln, da muss man ständig zum Abschluss kommen."

Vorlage durch den besten Kumpel im Team

Vor dem Spiel hatten der Torschütze und sein Vorlagengeber noch gegrübelt: "Wir beide hatten diese Saison weder ein Tor erzielt noch vorbereitet. Dass es dann uns beide trifft, ist schon kurios", freute sich der Halb-Ghanaer, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. An die kommende Spielzeit denkt der 21-Jährige, der vor zwei Jahren aus Wilhelmshaven nach Erfurt wechselte, noch nicht: "Der Verein braucht noch Zeit, ich stehe aber bereit und lasse alles offen."

Offen war auch die Partie in der zweiten Halbzeit. Dabei hätten die Gäste den Sack frühzeitig zuschnüren können. Aykut Öztürk vergab zunächst alleine vor Keeper Frederic Löhe (63.), wurde dann wenig später elfmeterreif gefoult - es wäre der dritte zugesprochene Foulelfmeter in Folge an Öztürk gewesen.

"Klarer Elfmeter - klarer geht es nicht mehr", ärgerte sich Schwartz über die Fehlentscheidung und die wohl mögliche Vorentscheidung zum 2:0, die auch Mijo Tunic aus etwas spitzem Winkel ausließ (66.).

"Schade, dass wir den Sack nicht zumachen konnten, denn in der zweiten Hälfte schoss Babelsberg nur einmal auf das Tor - und das nach einem Standard durch ein Glückstor", meinte Schwartz. In der Tat. Der eingewechselte Lucas Albrecht verlängerte den Freistoß von Süleyman Koc in das Tor von Andreas Sponsel (73.).

Der Erfurter Stammtorhüter, der sich vor ein paar Wochen im Training verletzte, strahlte wie gewohnt Ruhe aus, war bei dem Gegentor aber machtlos. Sein junger Vertreter Philipp Klewin, der Sponsel in den letzten sechs Spielen tadellos vertrat, musste wieder auf die Bank. "Der Abstiegskampf geht weiter", meint Schwartz. Noch stehen fünf Spiele aus, die Konkurrenz hat größtenteils nur noch vier Partien. Zuvor will der FC Rot-Weiß aber noch ins Landespokal-Finale einziehen.

Ein Treffer von Phil Ofosu-Ayeh wäre in diesem Wettbewerb allerdings keine Premiere. Letzte Saison traf er beim 9:0-Erfolg bei Neuhaus-Schierschnitz. Ein weiterer Treffer könnte mehrere Tausend Euro wert sein.

Einstimmung bei Matze Knop

Für Präsident Rolf Rombach ist es das "wichtigste Spiel der Saison". Am Mittwoch, 17.15 Uhr, muss Rot-Weiß im Landespokal-Halbfinale die Hürde ZFC Meuselwitz überspringen. Gelingt dies, wären der Thüringer Pokalsieg und die Qualifikation für den DFB-Pokal ganz nahe. Neben der sportlichen Reputation würde der Erfolg mehr als 100.000 Euro einbringen. Eine Summe, die die Erfurter dringend brauchen - auch, um die DFB-Bedingungen für die Drittliga-Lizenz erfüllen zu können. Zur Einstimmung schaut sich die Mannschaft heute, 20 Uhr, gemeinsam im "Dasdie Brettl" das neue Bühnenprogramm "Platzhirsche" von Comedian Matze Knop an. Sportmanager Torsten Traub sieht das als willkommene Abwechslung in den englischen Wochen an.

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