Sieben THC-Handballerinnen vor WM-Auftakt in Japan

Erfurt.  Wenn in Japan die Handball-WM beginnt, spielen sieben Frauen vom Thüringer HC in drei Nationalmannschaften mit.

Emily Bölk (links) gehört zu den Hoffnungsträgerinnen der deutschen Mannschaft.

Emily Bölk (links) gehört zu den Hoffnungsträgerinnen der deutschen Mannschaft.

Foto: Sascha Fromm

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Big in Japan, war in der 80ern ein Nummer-eins-Hit der Band Alphaville. Nun soll er zum Motto der deutschen Handballerinnen werden. Meike Schmelzer rechnet offenbar nicht damit, dass es schnell wieder nach Hause geht. Die Kreisläuferin vom Thüringer HC hat auf die Reise zur Weltmeisterschaft nach Japan einen Adventskalender eingepackt. Es spricht für den Optimismus der deutschen Mannschaft vor dem Auftaktspiel am morgigen Samstag gegen Ex-Weltmeister Brasilien (7 Uhr / Sportdeutschland.tv zeigt alle Spiele live im Internet).

„Unser großes Ziel ist Olympia“, sagt Schmelzers Vereinskollegin, Emily Bölk. Für dieses Vorhaben muss die deutsche Mannschaft jedoch mindestens Platz sieben belegen und würde damit ein Qualifikationsturnier im März erreichen. Nur der Titelträger bucht direkt das Ticket für die Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August).

Auf dem Weg in die WM-Hauptrunde der besten zwölf Mannschaften folgen aber nach dem Auftakt am Samstag erst noch das Spiel gegen Außenseiter Australien (1. Dezember) sowie die schweren Aufgaben gegen den dreifachen Olympiasieger Dänemark (3. Dezember), Titelverteidiger Frankreich (4. Dezember) und Asienmeister Südkorea (6. Dezember). „Ich glaube, es ist gar nicht so schlecht, dass wir so eine starke Gruppe haben. Dann läuft man nicht Gefahr, dass man jemanden unterschätzt“, sagt Bölk.

Derweil ist man beim Thüringer HC ein wenig stolz darauf, dass neben Schmelzer und Bölk drei weitere Spielerinnen vom Pokalsieger zum deutschen Aufgebot gehören. Alicia Stolle, die als Nummer eins im rechten Rückraum der deutschen Auswahl gilt, und Ina Großmann sowie Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich komplettieren das THC-Quintett bei der WM in Japan.

„Wenn ich gebraucht werde, will ich da sein“, sagt Giegerich, die im deutschen Kasten als Nummer drei hinter den früheren THC-Torhüterinnen Dinah Eckerle (Bietigheim) und Isabell Roch (Dortmund) auf ihre Chance hoffen muss. Mit Mikaela Mässing, die für Schweden aufläuft, und der Spanierin Almudena Rodriguez sind zwei weitere THC-Frauen bei der WM dabei.

Für die deutsche Mannschaft geht es beim Kampf um die Olympia-Tickets zugleich um mehr Aufmerksamkeit. Der letzte große Erfolg – Platz drei bei der WM 2007 – ist genauso lange her wie die letzte Olympia-Teilnahme. 2008 in Peking schied Deutschland in der Vorrunde aus und verpasste seither die Qualifikation für das wichtigste Turnier des Frauen-Handballs.

Nach der enttäuschenden Heim-WM 2017 mit dem Viertelfinal-Aus hat ein Generationswechsel stattgefunden, bei dem die THC-Spielerinnen wie Bölk (21) und Stolle (23) eine zentrale Rolle spielen. Vom Turnier vor zwei Jahren sind nur noch fünf Spielerinnen in Japan dabei. Vor einem Jahr gab es Rang zehn bei der Europameisterschaft. „Das Problem in den vergangenen Jahren war, dass wir es über das Turnier hinweg nicht geschafft haben, immer auf Top-Niveau zu spielen“, sagt Bölk, die mit der deutschen Auswahl nun jenen Leistungssprung nachweisen will.

Die deutschen Spiele

Samstag, 30. November, 7 Uhr:
Brasilien

Sonntag, 1. Dezember, 10 Uhr:
Australien

Dienstag, 3. Dezember, 12.30:
Dänemark

Mittwoch, 4. Dezember, 11 Uhr:
Frankreich

Freitag, 6. Dezember, 11 Uhr:
Südkorea

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