THC-Trainer im Interview: Über neue Spielerinnen, Regeln im Trainingslager und Abkühlung in der Eistonne

Most  Über die Integration der vier neuen Spielerinnen, den Zusammenhalt der Mannschaft und die ersten Testspiele sprachen wir in Most mit Cheftrainer Herbert Müller, der beim Pokalsieger in seine zehnte Saison geht.

„Wenn alle meine Erwartungen erfüllen können, dann haben wir einen stärkeren Kader als in der vergangenen Saison.“ Herbert Müller, THC-Trainer .

„Wenn alle meine Erwartungen erfüllen können, dann haben wir einen stärkeren Kader als in der vergangenen Saison.“ Herbert Müller, THC-Trainer .

Foto: Sascha Fromm

Im Trainingslager im nordböhmischen Most haben die Handball-Frauen vom Thüringer HC die entscheidende Phase der Saisonvorbereitung eingeläutet. Über die Integration der vier neuen Spielerinnen, den Zusammenhalt der Mannschaft und die ersten Testspiele sprachen wir in Most mit Cheftrainer Herbert Müller, der beim Pokalsieger in seine zehnte Saison geht.

Als Teilnehmer am EHF-Pokal hat Ihre Mannschaft vor ein paar Tagen in zwei Testspielen Tschechiens Meister und Champions-League-Teilnehmer Banik Most zweimal klar besiegt. Sie waren also hoch erfreut?

Ich habe den ironischen Unterton ihrer Frage schon verstanden. Klar hätten wir auch als Vizemeister gerne eine Wildcard für die Champions League erhalten und hätten das wie in der Vergangenheit auch sportlich gerechtfertigt. Für mich war in den Spielen allerdings vor allem die Entwicklung der Mannschaft entscheidend.

Und, waren Sie zufrieden?

Im ersten Spiel mit 32 Gegentoren hat mir die Abwehr überhaupt nicht gefallen. Dafür haben wir 43 Tore geworfen. Im zweiten Spiel hat die Abwehr beim 28:24 dagegen sehr gut funktioniert.

Wozu fährt Physiotherapeut Marc Schallert in Most eigentlich täglich an die Tankstelle, um Eiswürfel zu kaufen?

Die brauchen wir für die Eistonne. Darin können sich die Spielerinnen abkühlen und damit noch besser regenerieren, wenn sie das möchten. Im Hotel steht aber auch eine Sauna zur Verfügung. In der Sporthalle haben wir einen Kraftraum. Es ist also dafür gesorgt, dass wir für das Training und die Regeneration beste Bedingungen haben.

Meister SG Bietigheim ist zum Trainingslager nach Kalifornien geflogen. Sind Sie da nicht neidisch?

Nein, überhaupt nicht. Das können sie gerne machen. Wir haben in Most alles, was wir brauchen.

Sie leben den Spielerinnen absolute Professionalität vor. Heißt das auch, dass Sie zum Beispiel im Trainingslager die Nachtruhe kontrollieren?

Nein, überhaupt nicht. Die Frauen sind professionell genug, um zu wissen, dass ausreichend Schlaf ganz wichtig ist. Wenn mich eine Spielerin fragt, ob sie abends vielleicht ein Bier trinken kann, dann geht das für mich als Trainer in Ordnung.

Gibt es sonst überhaupt keine Regeln im Trainingslager?

Doch, natürlich. Wenn wir alle zusammensitzen, herrscht striktes Handyverbot. Ich will, dass wir uns unterhalten. Es ist ganz wichtig, dass wir untereinander zuhören und noch mehr vom Leben des anderen erfahren, zumal wir ja auch vier neue Spielerinnen zu integrieren haben.

Welches Gefühl haben Sie denn? Passen die vier neuen Spielerinnen?

Ja, ich habe ein gutes Gefühl. Wenn alle meine Erwartungen erfüllen können, dann haben wir einen stärkeren Kader als in der vergangenen Saison. Damit verbunden ist freilich der Wunsch, dass wir von solch einem Verletzungspech wie im vergangenen Jahr verschont bleiben.

Sind bislang alle Spielerinnen gesund?

Es gibt hier und da ein paar Blessuren. Unsere neue Torhüterin Marie Davidsen pausiert gerade wegen einer Zerrung. Mikaela Mässing hat Leistenprobleme. Aber das ist normal bei solch einer hohen Belastung wie im Trainingslager. Wir haben zwei Physiotherapeuten dabei und sind damit gut aufgestellt, um auf all diese Dinge sofort reagieren zu können.

Führt Iveta Koresova, wie sie nach der Hochzeit im Juni nun heißt, die Mannschaft auch in der kommenden Saison als Kapitänin auf das Feld?

Es ist immer so gewesen, dass ich als Trainer nach dem Trainingslager die Spielführerin bestimmt habe. Das ist auch diesmal so. Aber es gibt überhaupt keinen Grund, etwas zu ändern. Lydia Jakubisova wird Stellvertreterin von Iveta bleiben.

Am kommenden Mittwoch gastiert die neue Mannschaft zum ersten Mal während der Vorbereitung in Thüringen, wenn der rumänische Vizemeister CS Magura Cisnadie in Mühlhausen der Gegner ist. Was dürfen die Fans erwarten?

In solchen Duellen ist es schwierig, schöne Spielzüge und hohe Siege zu erwarten. Ich will allen Spielerinnen eine Chance geben und werde viel ausprobieren, damit zum Supercup am 31. August gegen Bietigheim klar ist, wer zur ersten Wahl gehört. Das war im vergangenen Jahr aber nicht anders. Da haben wir in der Vorbereitung im Test in Ilmenau gegen Blomberg beim 26:30 eine Niederlage kassiert, später trotzdem nur ein Punktspiel verloren und den Pokal gewonnen.

Dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit haben die THC-Handballerinnen das Auftaktspiel des Porzellan-Cups in Most gewonnen. Gegen das rumänische Team von Magura Cisnadie brauchten die Thüringerinnen ein Zeit lang, um sich zu stabilisieren, diktierten dann aber das Duell und siegten 30:26 (14:16). In dem Viererturnier geht es heute gegen Minsk.

THC – Magura Cisnadie, Mittwoch, 20 Uhr, Sporthalle Berufl. Schulen in Mühlhausen

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