Hilfe, mein Kind will in einen Sportverein! Wie wär‘s mit Schwimmen?

Jena/Erfurt  Schwimmen ist gesund und macht Spaß. Das ist nicht neu und höchstwahrscheinlich ein Grund dafür, weshalb Deutschlands Schwimmbecken stets gut gefüllt sind. Wenn der Nachwuchs Spaß im Wasser hat, ist er in einem Verein gut aufgehoben.

Beim Schwimmen werden besonders die Muskeln trainiert. Dagegen gilt das Verletzungsrisiko als sehr gering. Im Bild: Marcus Günther vom Erfurter SSC. Foto: Sascha Fromm

Beim Schwimmen werden besonders die Muskeln trainiert. Dagegen gilt das Verletzungsrisiko als sehr gering. Im Bild: Marcus Günther vom Erfurter SSC. Foto: Sascha Fromm

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Cathrin Kreibich bezeichnet Schwimmen als eine grundsätzliche Säule fürs Leben. Kreibich ist Landestrainerin beim Thüringer Schwimmverband und hat schon zahlreiche junge Schwimmer ausgebildet. Um diese wichtige Säule fürs Leben den Kindern zu vermitteln, hat Thüringen einst den Schwimmunterricht in den Lehrplan aufgenommen. In der Grundschule sollen die Kleinen lernen, 15 Minuten am Stück durchzuschwimmen - das ist anspruchsvoller als das bekannte Seepferdchen. Denn beim Seepferdchen reicht es aus, ins Wasser zu springen, eine 25-Meter-Bahn zu schwimmen und einen Gegenstand aus dem Wasser zu holen. Viele Eltern stehen aber vor ganz anderen Fragen: Soll ich mein Kind schon vorher in einen Schwimmverein schicken? Und was ist das richtige Alter dafür?

„Das ideale Alter zum Lernen ist fünf bis sechs Jahre“, sagt Cathrin Kreibich. Wenn der Nachwuchs Spaß im Wasser hat, ist er in einem Verein gut aufgehoben. Auch wenn Mädchen oder Junge womöglich schon schwimmen kann und mehr als nur Brustschwimmen lernen will, ist der Verein die richtige Adresse. Thüringen ist mit entsprechenden Vereinen gut abgedeckt.

Die Kosten für den Verein halten sich in Grenzen

Die meisten Aktiven schwimmen aus Spaß an der Freude oder nehmen auch mal an regionalen Wettkämpfen teil. Beim SV Schott Jena beispielsweise steht der volkssportliche Charakter und „die Freude an der Bewegung im Wasser im Vordergrund“, sagt die dortige Übungsleiterin Gudrun Lukin. Sobald Kinder im Wasser stehen können und keine Angst haben, seien sie alt genug für den Verein. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt beispielsweise die Ortsgruppe der DLRG Jena: eine saubere Schwimmtechnik, aber nicht so sehr das Wettkampfschwimmen steht dort im Vordergrund. Ziel ist es, irgendwann den Rettungsschwimmerschein zu erwerben.

Zur Schwimmausbildung gehören die vier Schwimmarten Brust, Rücken, Kraul und Delfin. Meist wird mit dem Brustschwimmen begonnen. Cathrin Kreibich hält es dagegen für besser, mit dem Rückenschwimmen zu starten. Am Anfang sei die Technik einfacher zu erlernen. Am anspruchsvollsten ist der Delfinstil, er wird entsprechend als letztes gelehrt.

Die Kosten für den Verein halten sich in Grenzen. Wer den Mitgliedsbeitrag zahlt, kann oft auch jederzeit kostenfrei die entsprechende Schwimmhalle nutzen. Verglichen mit den normalen Eintrittspreisen kann das ein echtes Schnäppchen sein - besonders für Vielschwimmer. Für den Anfang reicht ein Badeanzug oder die Badehose. Nur für den, der bei großen Meisterschaften dabei sein will, lohne sich auch ein teurer Wettkampfanzug, sagt Kreibich.

Momentan 60 Schwimmer auf dem Erfurter Sportgymnasium

Wer das nötige Talent hat und Schwimmen als Leistungssport betreiben will, sollte sich den entsprechenenden Verein heraussuchen. Zu den Topadressen Thüringens zählen der Erfurter SSC und die DLRG Weimar. Aber auch aus anderen Vereinen wie aus Gera oder Gotha kommen immer mal wieder hoffnungsvolle Talente, die später bei bundesweiten Meisterschaften von sich reden machen.

Leistungsstarke Schwimmer haben am Ende der Grundschule die Möglichkeit, aufs Sportgymnasium in Erfurt zu gehen. „Momentan haben wir 60 Schwimmer auf dem Gymnasium“, sagt die Landestrainerin. Trainiert werde dort je nach Alter ein- bis zweimal am Tag.

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