Tom Freygang von den Jenaer Roma Bowlers lüftet seine Fußballer-Vergangenheit

Zug um Zug: Tom Freygang ist mit den Jenaer Roma Bowlers in die Zweite Liga aufgestiegen. Uns erzählt er über seine Fußballer-Vergangenheit.

Er weiß, wie man aufsteigt: Der Jenaer Bowler und Ex-RWE-Kicker Tom Freygang (rechts). Foto: Sebastian Schindler

Er weiß, wie man aufsteigt: Der Jenaer Bowler und Ex-RWE-Kicker Tom Freygang (rechts). Foto: Sebastian Schindler

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Jena. Zug um Zug - So heißt die Serie der TLZ, in der wir immer freitags aus einem anderen Blickwinkel aufs Fußballwochenende mit dem Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena schauen. Immer eine Schachpartie lang - diesmal mit Tom Freygang von den Roma Bowlers.

Herr Freygang, spielen Sie Schach?

Ja!

Oha. Schon lange?

Schon seit meiner Kindheit. Mein Vater hat es mir in der ersten Klasse beigebracht und er hatte mich auch gleich bei einem Schachklub angemeldet. Dort war ich dann regelmäßig, habe sogar an Meisterschaften teilgenommen.

War das eine dieser Schach-Arbeitsgemeinschaften an der Schule?

Ja, genau.

Da war ich auch. Bei mir hat es bis zum Bezirksmeister gereicht.

Ich war immerhin Kreismeister mit der Mannschaft.

Warum haben Sie keine Schach-Karriere gemacht?

Meine Lehrerin hatte mich unberechtigterweise aus dem Unterricht geschmissen, weil ich mit jemandem diskutiert habe, gegen den ich gar nicht gespielt habe. Dann fielen plötzlich die Figuren um, weil jemand gegen den Tisch gestoßen war. Tja, und ich was schuld und danach nie wieder dort.

Sie kommen aus Erfurt, stimmt das?

Geboren bin ich in Nordhausen, aber ja, ich bin 1992 dann aus Erfurt nach Jena gekommen - des Studiums wegen. Und dann habe ich mich in die Stadt verliebt. Und Sie versuchen den Schäferzug! Verrückt!

Sie haben mich enttarnt.

Sie mich auch als Erfurter.

Sind Sie nach 23 Jahren jetzt eigentlich statt RWE- ein Zeiss-Fan?

Also zu Beginn war ich wirklich nur in die Stadt Jena an sich verliebt. Ich war mit Rot-Weiß aber wirklich mal verbandelt. Ich habe dort gespielt.

Wie kam es denn dazu?

Ich wurde delegiert aus einem anderen Verein. Da war ich zehn Jahre alt. Nach zwei Jahren bei Rot-Weiß hat man festgestellt: Ich bin zu schlecht. Das Talent hat nicht gereicht. Dann bin ich eben zum Basketball.

Und die Liebe zum FCC?

Liebe würde ich es nicht nennen. Sagen wir: Interesse. Wenn die Jungs spielen, schaut man schon mal auf den Liveticker und fiebert mit. Keine Frage.

Und wie kam bei Ihnen ein 5:0 im Landespokalfinale an ...

Da habe ich mich schon für Jena gefreut, das gebe ich zu. Auch das Jahr zuvor, als Schott den RWE besiegt hat, hat es mich auch gefreut. Da war nämlich die Siegerparty in Erfurt schon vor dem Spiel vorbereitet. Und sowas muss bestraft werden.

Kommen wir mal zum Bowling. Sie sind gerade mit den Roma Bowlers in die Zweite Liga aufgestiegen. Haben Sie für den FCC einen Tipp, wie das geht?

Elf Freunde müsst ihr sein. Klingt abgedroschen, ist aber so. Der Aufstieg war unser Traum, unsere Vision als wir uns vor sieben Jahren gegründet haben. Den Ansporn, der uns zusammengeschweißt hat, hat uns eine Mitgliederversammlung des Thüringer Bowling-Vereins gegeben. Das war im Februar vor sechs Jahren. Dort haben wir gesagt: Wir sind neu, wir wollen mal in die Zweite Bundesliga - und ernteten Gelächter. Jetzt sind wir da. Mit Geduld haben wir uns sukzessiv verbessert, nie den zweiten vor dem ersten Schritt gemacht. Und es auch nicht mit Hauruck probiert.

Sie haben zweimal ein Aufstiegsturnier spielen müssen, um aufzusteigen ...

Fragen Sie mal die Erfurter.

Es ist gerade keiner in der Nähe ...

Ich verrate es Ihnen: Die haben 13 Aufstiegsturniere spielen müssen, ehe es geklappt hat. Also hatten wir zum Beispiel auch gar keinen Grund, ungeduldig zu werden. Es kann eben auch mal länger dauern.

Ich würde jetzt hier mal zum strategischen Rückzug an.

Sind Sie sicher?

Hmm. Nicht mehr.

Tja, die Dame ist futsch.

Und das Spiel gleich für mich verloren. Wie geht denn das Spiel des FCC am Sonntag aus?

Ich drücke mal alle Daumen, dass die Jungs das gegen Babelsberg schaffen werden.

Jeder darf so viel Eintritt zahlen, wie er will. Kommen Sie auch?

Wir haben natürlich von den vielen Aktionen gehört, die der Klub gerade macht. Das ist sehr sympathisch und wir reden beim Bowling auch darüber. Einige von uns haben sich den Sonntag schon vorgenommen, ins Stadion zu gehen. Vielleicht schließe ich mich den Jungs an. Die Fußballer waren ja auch schon bei uns.

Beim Bowling?

Ja, klar. Bei unserer Aktion "Jena bowlt" sind die Kicker eigentlich immer dabei, um für den guten Zweck möglichst viele Strikes zu werfen. Die machen dabei immer eine gute Figur. Vielleicht liegt es ja daran, dass Bowling auch eine Ballsportart ist und das Ballgefühl irgendwie vorhanden ist (lacht).

Haben die Jungs mit der Bowling-Kugel gespielt oder mit dem Fußball?

Vor ein paar Jahren haben wir das wirklich mal probiert: Da haben unsere Fußballer mit dem Fußball versucht, die Pins umzuschießen. Aber da haben sie noch weniger getroffen als auf dem Feld. In dem Jahr waren sie auch aus der Dritten Liga abgestiegen. Mal was anderes: Schach!

Puh, jetzt bin ich in der Mangel.

Viele Züge bleiben Ihnen nicht.

Nur einer. Doch der bringt mich noch mehr in die Bredouille.

Tja, Schach. Und: Schachmatt.

Kreismeister schlägt Bezirksmeister.

Dafür gewinnt der Klub am Sonntag gegen Babelsberg. Ganz sicher.

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