Erfurter Volleyballerinnen beantragen Lizenz für Bundesliga

Erfurt  Spekuliert wurde schon länger, jetzt ist es Gewissheit, das SWE Volley-Team hat für die kommende Saison die Lizenz für erste Bundesliga beantragt. Am Dienstagabend beschloss der Vorstand das Vorhaben und reichte fristgemäß die Unterlagen bei der VBL ein.

Der erste Schritt ist getan, jetzt konzentrieren sich Spielerinnen, Trainer und Vorstand auf das Meisterschaftsfinale am Sonnabend in der Riethsporthalle. Archivfoto: Marco Schmidt

Der erste Schritt ist getan, jetzt konzentrieren sich Spielerinnen, Trainer und Vorstand auf das Meisterschaftsfinale am Sonnabend in der Riethsporthalle. Archivfoto: Marco Schmidt

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Nach dem Motto aller guten Dinge sind drei, die Erfurterinnen waren bereits in den Spielzeiten 2003/04 sowie 2010/11 in der höchsten Spielklasse aktiv, streben sie diesmal einen längerfristigen Verbleib im Volleyball-Oberhaus an. Am Dienstagabend (29. März 2016) beschloss der Vorstand das Vorhaben und reichte fristgemäß die Unterlagen bei der Volleyball-Bundesliga (VBL) ein. „Wir haben uns nach vielen Gesprächen mit Partnern, Sponsoren und nicht zuletzt mit der VBL, sowie dem überaus positiven Verlauf der zu ende gehenden Spielzeit zu diesem Schritt entschlossen“, erklärte Vereinspräsident Michael Panse und fügte hinzu: „Dabei haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und uns nur von der sportlichen Euphorie leiten lassen. Wir konnten bereits zweimal Erfahrungen sammeln, haben dabei auch Lehrgeld gezahlt, allerdings ohne Schaden für den Verein. Wir haben und werden solide wirtschaften.“

Die Verantwortlichen sind sich der Risiken, die dieser Schritt mit sich bringt, bewusst, haben sie mit den Volleystars aus Suhl ein Beispiel, wie es auch negativ laufen kann, quasi vor der Haustür. Mit der Gründung der Spielbetriebsgesellschaft vor einem Jahr wurden schon einige Vorarbeiten, wie die Schaffung organisatorischer Strukturen, geleistet. Die Erfurter nahmen als einziger Verein der 2. Bundesliga Süd an der Vorlizenzierung teil, bekamen eine gute Bewertung und grünes Licht als Kandidat. Trotzdem stellt der wirtschaftliche Aspekt den größten Brocken dar, den es zu stemmen gilt. Mit 450.000 bis 500.000 Euro liegt der nötige Etat für die Eliteliga um rund 200.000 Euro über dem der zweiten Liga und stellt eine gewaltige Herausforderung dar.

Volleyball in Erfurt ist mittlerweile eine Marke

Aber die Verantwortlichen sind optimistisch. „Wir haben uns von der Liga hinsichtlich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit durchleuchten lassen und grünes Licht bekommen lassen. Aber wir stehen nicht nur da und halten die Hände auf, wir bieten auch etwas. Volleyball in Erfurt ist mittlerweile eine Marke, wird nachgefragt. Wir sind für die Region ein Werbeträger, was sich mit der ersten Liga noch verstärken wird. Und das sind unsere Partner bereit zu honorieren“, erklärt Heiko Herzberg, Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft.

Auch der Zuschauerzuspruch in dieser Saison, im Gipfeltreffen mit Spitzenreiter Offenburg wurde die Tausendergrenze geknackt, stimmt positiv. Im Gegensatz zu den letzten beiden Versuchen, soll es diesmal mehr als ein einjähriges Gastspiel werden. „Wir sind zweimal dabei gewesen, jetzt wollen wir uns in der Bundesliga etablieren“, gibt Michael Panse die Marschrichtung vor und bekommt Zustimmung von Heiko Herzberg: „Das ist ein realistisches Ziel. Die Situation ist anders als beim letzten Mal, als die Liga verkleinert wurde, und wir als Drittletzter abgestiegen sind. Die Liga ist im unteren Bereich homogener geworden, so konnten sich Teams wie Potsdam im Oberhaus behaupten.“

Der erste Schritt ist getan, jetzt konzentrieren sich Spielerinnen, Trainer und Vorstand auf das Meisterschaftsfinale am Sonnabend in der Riethsporthalle. Zwar ist ein Sieg im Derby gegen Grimma keine Pflicht, zumal Spitzenreiter Offenburg in Neuwied patzen müsste, aber man würde schon gerne mit der Meisterschale in der Hand in Richtung erste Liga stürmen.

  • SWE Volley-Team - VV Grimma, Samstag, 19 Uhr, Riethsporthalle in Erfurt

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