Geschwenda. Ein Unternehmen aus dem Ilm-Kreis hat mit einer Erfindung für Großveranstaltungen einen Erfolg beim Thüringer Innovationspreis erzielt: Das ist der Clou.

In einer Serie stellen wir Unternehmen vor, die es beim Thüringer Innovationspreis unter die Top 20 geschafft haben – heute mit einem Kandidaten aus dem Ilm-Kreis: Bei Groß-Veranstaltungen kommen vor allem Trink­becher aus Polypropylen zum Einsatz. Diese basieren auf der endlichen Ressource Erdöl und landen am Ende ihres Lebenszyklus meist in der Müllverbrennungsanlage.

Das KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk aus Geschwenda (Ilm-Kreis) produziert den Mehrwegbecher Cupito auf Basis von Polymilchsäure. Dieser besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie Abfallprodukten aus der Maisverarbeitung. Dennoch haben die Trinkgefäße die gleichen Eigenschaften wie Exemplare aus herkömmlichem Material, hebt das Unternehmen hervor.

Erster Einsatz bei der Rodel-Weltmeisterschaft in Oberhof

Es kommen keine zusätzlichen Fremdstoffe wie Drucke oder Folien zum Einsatz. Dank einer Individualisierung per Laser sind die Becher trotzdem als Werbeträger einzusetzen. KHW hat die Innovation im Herbst 2022 auf den Markt eingeführt, sagt Marketingleiterin Jessica Senft. Die erste Großveranstaltung, auf denen die Becher zum Einsatz kamen, sei die Rennrodel-Weltmeisterschaft gewesen, die Anfang 2023 in Oberhof stattgefunden hat.

Die Cupito-Becher sind nach mehrjähriger Nutzung bei Veranstaltungen industriell kompostierbar. Ein internes Pfandsystem setzt den Anreiz, verschlissene Exemplare an KHW zurückzuführen. Das Werk produziert nach dem sortenreinen Recycling neue Becher daraus, die ebenfalls zu 100 Prozent aus pflanzlichem Material bestehen, weil bei der Herstellung gerade keine Druckfarbe für die Individualisierung verwendet worden war. Aufgrund des 2023 in Kraft getretenen Mehrweggesetzes rechnet das Unternehmen in den nächsten Jahren mit einem starken Absatzwachstum.

Bereits im Rahmen unser Serie vorgestellt:

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