Fliegende Werbung für neue Studenten

Zertrümmerte Häuser, vermisste Personen, viele Verletzte und vor allem keine Informationen direkt vom Ort des Geschehens: So kann die Situation sich nach einem Erdbeben oder einer anderen Naturkatastrophe darstellen. Dann muss Hilfe schnell organisiert werden. Die TU Ilmenau hat dafür eine Idee.

Einen Mini-Hubschrauber, der in Notfällen zusammen mit "Kollegen" ein Kommunikationsnetz herstellen könnte, stellte Tobias Simon von der TU Ilmenau auf der Cebit vor. Foto: Florian Girwert

Einen Mini-Hubschrauber, der in Notfällen zusammen mit "Kollegen" ein Kommunikationsnetz herstellen könnte, stellte Tobias Simon von der TU Ilmenau auf der Cebit vor. Foto: Florian Girwert

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Hannover/Ilmenau. Manchmal ist es auch für Menschen zunächst sehr gefährlich, wenn sie sich in Katastrophengebiete begeben, denn der Schutz der Rettungskräfte hat Vorrang. In Ilmenau, so erklärte es Informatiker Tobias Simon von der dortigen TU bei der Cebit in Hannover, arbeite man allerdings an einer Idee, um den Umgang mit solchen Situationen zu erleichtern: "Wir haben haben den Prototypen eines selbständig arbeitenden Hubschraubers gebaut", sagte der junge Forscher. Dieser Hubschrauber, eine Art vollautomatische Drohne, soll dabei helfen, zusammengebrochene Kommunikationsnetzwerke wieder herzustellen. "Er kann zum Beispiel Computernetzwerke lokalisieren und soll später auch in der Lage sein, Handysignale aufzufangen."

So könne in einem Katastrophenszenario ermöglicht werden, dass Menschen aufgrund solcher Signale auffindbar sind - mit Hilfe ihres Mobiltelefons. Das Gerät könne so zu einer Art elektronischen Brieftaube werden, das ein Signal von einem Gebiet ins andere tragen könne, ohne das vor Ort eine feste Kommunikationsinfrastruktur vorhanden sei.


Die kleinen Hubschrauber könnten in einer Art Scharm ein bestimmtes Gebiet überfliegen, ihre Analyse durchführen und untereinander abgestimmt - unabhängig von einer Zentrale - Aufgaben verteilen und gegebenenfalls Meldung machen. Der Prototyp, den Tobias Simon auf der Computermesse in Hannover zeigt, hat aktuell bei sechs Rotoren eine maximale Einsatzdauer von 20 Minuten und wiegt etwas mehr als ein Kilogramm. Verkaufen will Simon das Gerät allerdings nicht - zu viel Forschung sei dafür noch nötig. Allerdings hofft der Forscher darauf, dass sich angesichts der Möglichkeiten, die der kleine Flieger bietet, Schulabgänger für ein naturwissenschaftliches Studium begeistern könnten - am besten natürlich in Ilmenau!

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