Jena und Altenburg sind Spitzenreiter der thüringischen Wirtschaft

Den Krisen im Nahen Osten oder der Ukraine zum Trotz - Ostthüringens Wirtschaft ist überwiegend in einer stabilen Lage, wenn auch mit erheblichen regionalen Unterschieden.

"Nirgends sonst in Ostthüringen konnten die Unternehmen so gute Geschäfte in den den zurückliegenden Monaten erzielen", vermeldet die Kammer. Foto: Jana Borath

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Gera. Das geht aus einer Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK) hervor. An der beteiligten sich nach Angaben der Kammer 560 Betriebe. Insgesamt 86 Prozent der Befragten beurteilten ihre derzeitige Lage als gut oder wenigstens befriedigend - der Rest sah die Lage weniger rosig.

Industrie exportiert auf Rekord-Niveau

Auf gutem Kurs sei die Industrie. "Nie zuvor haben Ostthüringer Industriebetriebe so viel auf ausländischen Märkten abgesetzt, wie in den ersten sechs Monaten des Jahres", heißt es von Seiten der Kammer. Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten, die in der Statistik erfasst würden, hätten Waren im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro exportiert. Besonders Jenaer Betriebe seien erfolgreich gewesen. Sie weisen nach Kammerangaben eine Exportquote von 61,3 Prozent auf, das ist etwa doppelt so hoch, wie die Exportquote der Thüringer Wirtschaft im Durchschnitt.

Auf dem Arbeitsmarkt allerdings dürfte sich die gute Entwicklung kaum niederschlagen: Nur zwölf Prozent der Unternehmen wollen neue Mitarbeiter einstellen, 72 Prozent mit dem derzeitigen Bestand auskommen. Jobtreiber dürften die Industrie und das Verkehrsgewerbe sein, sagte Almut Weinert, bei der IHK verantwortlich für Wirtschaft und Technologie.

Deutlich verbessert hat sich die Lage der Betriebe im Altenburger Land: "Nirgends sonst in Ostthüringen konnten die Unternehmen so gute Geschäfte in den den zurückliegenden Monaten erzielen", vermeldet die Kammer. Auch im Saale-Holzland-Kreis läuft er derzeit rund in der Wirtschaft.

Stimmung in Gera völlig verhagelt

Verhalten dagegen die Lage im Kreis Saalfeld-Rudolstadt, im Saale-Orla-Kreis und im Landkreis Greiz. Richtig düster ist die Lage nach Angaben der Kammer allerdings in Gera, wo die Insolvenz der Stadtwerke massive Unsicherheit verbreitet: Hier gehe dem Aufschwung die Luft aus. Die aktuelle Lage, aber auch die Erwartungen für die Zukunft, hätten sich verschlechtert.

Dass die Aussichten in der Euro-Zone ebenfalls weiterhin nicht bestens sind, dürfte bei der Erholung nicht gerade helfen.

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