TLZ präsentiert: PR-Expertin Ninette Pett für Emily-Robling-Preis nominiert

Ballstädt  „Ich hab‘ mir den Job, der mir gefällt, selber schaffen müssen“, erklärt Ninette Pett und folgt dabei ihrem Lebensmotto „geht nicht gibt‘s nicht“. Für den Emily-Roebling-Preis haben sie die eigenen Mitarbeiterinnen vorgeschlagen.

Bevorzugt Mütter als Mitarbeiterinnen: Ninette Pett. Foto: TLZ

Bevorzugt Mütter als Mitarbeiterinnen: Ninette Pett. Foto: TLZ

Foto: zgt

Die 33-jährige Betriebswirtin und Unternehmensberaterin hatte erlebt, wie hart die Arbeitsbedingungen in den Kommunikationsagenturen sind. Nach dem Studienabschluss in Frankfurt am Main war sie mit un­berechenbaren Arbeitszeiten, unverbindlichen Arbeitsverträgen ohne Perspektiven und Projektarbeiten unter hohem Termindruck konfrontiert. „Dabei wird von den Mitarbeitern vor allem erwartet, kreativ zu sein. Aber Kreativität und gute Ideen kommen nicht auf Knopfdruck. Dafür braucht man Freiraum und muss gut zuhören können.“

2006 zog die gebürtige Ballstädterin wieder nach Thüringen zurück und musste feststellen, dass es für sie kaum berufliche Entwicklungsmöglichkeiten gab. Dazu kam 2007 die Geburt der Tochter: „Mit einer Karriere in dieser Branche wird es dadurch noch schwieriger.“

Strategische Kommunikation für mittelständische Unternehmen

Pett zog die Konsequenzen und tritt seitdem den Beweis an, dass es auch anders geht. Mit der Pett PR GmbH & Co KG in Ballstädt bei Gotha hat sie sich auf strategische Unternehmenskommunikation für mittelständische Unternehmen spezialisiert und kümmert sich darum, dass diese Unternehmen sichtbarer werden in der Öffentlichkeit. „Es gibt gerade in Thüringen einige Betriebe, Institutionen und Verbände, die ihr Licht noch ganz tief unter den Scheffel stellen. Und gerade da ist es mir ein großes Vergnügen, sie zum Leuchten zu bringen. Ganz oft stecken Anliegen und Aktivitäten dahinter, von denen viele Menschen mehr wissen sollten.“

Bereits im Jahr 2012 erhielt sie für ihr Engagement den Innovationspreis des Mittelstands.

Um einen Auftrag anzunehmen, muss sie aber erstmal selbst von der Sache überzeugt wer-den. „PR für ein Unternehmen zu machen - das funktioniert nur, wenn ich voll dahinter stehen kann.“ Dabei hat sie das wissenschaftliche Interesse für ihr Fachgebiet nicht verloren und will bis 2020 ihre Doktorarbeit fertigstellen. „Ich verstehe mich als Vermittlerin zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis und will deutlich machen, wie wichtig Kommunikation für den Erfolg ist. Das habe ich auch dokumentiert: Mein Buch ‚Wirkungsmessung der Unternehmenskommunikation/PR - ein Handbuch für mittelständische Unternehmen‘ ist seit kurzem im Handel.“ Die eigene Welt verstehen lernen, neugierig sein sowie sich gut ausdrücken können, das fördert sie durch Lesepatenschaften an Schulen in Gotha.

Ein Frauenteam mit naturgemäß starken Nerven

Die notwendige Ausdauer, die Freude, Inspiration und den Teamgeist schöpft sie dabei aus einem ganz anderen Bereich: dem Tanz. „Durch den Sport habe ich gelernt, dass man alles erreichen kann, wenn man hart genug dafür arbeitet.“ Schon als junges Mädchen begann sie in Ballstädt mit dem Training, holte für den Sunshine Tanzsport e.V. 2006 und 2008 den Deutschen Meistertitel im Showtanz. „Seit 2012 begleite ich den Nachwuchs als Trainerin und Choreographin, zum selbst Tanzen fehlt mir leider die Zeit“.

Für ihr Unternehmen konnte sie mittlerweile drei Frauen einstellen: „Ich wollte ein Frauenteam - vorrangig Mütter mit naturgemäß starken Nerven. Die sollen vor allem das machen, was jede einzelne am besten kann. Und das machen sie ganz hervorragend!“, erklärt Pett und ergänzt lächelnd: „Die starken Nerven sowie die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, die habe ich meinen eigenen zwei Kindern zu verdanken.“ Für den Emily-Roebling-Preis haben sie die eigenen Mitarbeiterinnen vorgeschlagen - aufgrund besonderer Unternehmenskultur.

Zur Sache

Die Vergabe des Emily-Roebling-Preises erfolgt in Koproduktion mit der K. Beratungs- und Projektentwicklungsgesellschaft Weimar, die das Projekt Thex Frauensache zur Förderung von Gründerinnen und Unternehmerinnen für das Wirtschaftsministerium durchführt.

  • Nominiert sind: Juliane Arnold und Kristin Wilhelm (Pflegezentrum Arnold), Myriam Berg (Evag), Eva Elsner-Frische (Kontext Ilmenau), Gerline Gräfin von Westphalen, Sandra Köditz (SAE Schaltanlagenbau), Ninette Pett (Pett PR), Britta Ronnenburg (Klostergut Mostobst), Yvette Schatz und Silke Schnellbach (Kleine Wege Autismuszentrum), Tanja Schuck (Schuck Coaching), ­Michele Zimmermann (IHI Charging Systems)

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