Wartburgkreis: Caritas-Beschäftigte kämpfen für mehr Lohn

Die "Caritas-Tarif"-Gehaltsverhandlungen betreffen auch rund 1000 Beschäftigte in Eisenach. Streiken ist ihnen allerdings nicht erlaubt.

Auch für die rund 900 Beschäftigten des Eisenacher St. Georg-Klinikums gilt der "Caritas-Tarif"-Gehaltsvertrag, über den gerade neu verhandelt wird. Foto: Norman Meißner

Auch für die rund 900 Beschäftigten des Eisenacher St. Georg-Klinikums gilt der "Caritas-Tarif"-Gehaltsvertrag, über den gerade neu verhandelt wird. Foto: Norman Meißner

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Eisenach. Wenn in wenigen Tagen die Vertreter der "Arbeitsrechtlichen Kommission" für die Region Ost des Caritas-Verbandes zusammenkommen, dann hofft Hubert Garski auf eine weitere Annäherung der Positionen. Und mit ihm hoffen dies auch etwa 1000 Mitarbeiter von Einrichtungen in Eisenach, für die der katholische Kirchen-"Tarifvertrag" gilt. Denn bei diesen Verhandlungen geht es ums Geld - aber nicht nur.

Für solcherart Beschäftigte gilt nämlich das Betriebsverfassungsgesetz nicht, wie etwa für die Lokführer, sondern es gibt ein spezielles Kirchenarbeitsrecht, das sich zwar stark an das Betriebsverfassungsrecht anlehnt, aber eben auch deutliche Unterschiede aufweist. Gehaltsverhandlungen etwa werden zunächst in der Bundes-Kommission geführt. Und deren Entscheidung wird dann in sechs Regional-Kommissionen debattiert und weiter verhandelt. Eisenach gehört zur Regional-Kommission Ost, in der die Caritas-Einrichtungen aus acht Bundesländern (Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und die fünf neuen Länder) zusammen finden.

Die Kommissionen sind paritätisch besetzt, also die eine Hälfte stellen Vertreter der Caritas, die andere Hälfte wird von Mitarbeiter-Vertretungen der Einrichtungen gestellt. Der Chef der Kommission Ost ist eben Hubert Garski, Arbeitnehmervertreter der Caritas aus Erfurt. Insgesamt wird das Ergebnis der Verhandlungen der Kommission Ost 30.000 Beschäftigte in den acht Bundesländern­ betreffen.

Erhöhung in zwei Stufen

Die Bundeskommission hat bereits im September getagt und entschieden. Deshalb liegt jetzt auch der Vorschlag für eine Gehaltserhöhung von drei Prozent rückwirkend zum 1. Juli 2014 vor. Zum 1. März 2015 soll dann geschaut werden, ob diese jetzige Erhöhung ausreichend ist, damit auch tatsächlich alle Mitarbeiter mindestens 90 Euro mehr haben. Wo dies nicht der Fall ist, wird aufgestockt, und dann greift die zweite Stufe nämlich eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent.

Zum konkreten Stand will Garski mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen keine Auskünfte geben. Aber für die Arbeitnehmer sei neben den Gehaltserhöhungen vor allem wichtig, dass die den Gehältern zugrunde liegenden Entgelttabellen wieder ein vergleichbares Niveau erreichten. Derzeit verdienen Beschäftigte in Eisenach etwa in der Pflege im St. Georg-Klinikum durch diese Unterschiede in den Tabellen zwischen 5 und 12 Prozent weniger als ihre Kollegen in solchen Einrichtungen unter dem Dach des Caritas-Vertrages in anderen Regionen. Dieser Zustand, so findet Garski, müsse bald der Vergangenheit angehören. Schließlich sei diese Vergleichbarkeit bei den Ärzten bereits vollzogen, nur eben bei den Beschäftigten etwa im Pflegebereich nicht.

Garski bewertet die derzeitigen Gespräche als "sehr konstruktiv". Sollte es aber zu keiner Einigung kommen, muss niemand mit Streiks wie etwas gerade bei den Lokführern rechnen. Streiks sind den Beschäftigten in diesen kirchlichen Einrichtungen nicht erlaubt. Dann läuft es auf eine Zwangsschlichtung hinaus, wo externe Schlichter versuchen eine möglichst einmütig getragene Lösung des Konflikts zu finden. Der Schlichterspruch ist aber dann für beide Seiten bereits bindend.

In Eisenach sind von diesen Verhandlungen die rund 900 Beschäftigten des St. Georg-Klinikums betroffen sowie rund weitere 100 Beschäftigte im Hospiz, den Seniorenheim "Elisabethenruhe" und den Caritas-Beratungsstellen.

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