Erfurt. Die Karriere von Jim Croce war zwar (zu) kurz. Er hat aber heute noch berühmte Fürsprecher. Christian Werner über das Album „You don’t mess around with Jim“.

Quentin Tarantino ist wieder mal schuld. Der Regisseur verwendete 2012 in seinem Film „Django unchained“ den Song „I got a Name“ und bescherte damit dem Musiker Jim Croce – wie zuvor schon einigen anderen – etwas Aufmerksamkeit, wenn nicht sogar ein kleines Revival.

Die zweite popkulturelle Spätreferenz – im besten Fall Schlüsselmomente für nachgeborene Generationen – verschafften Croce die Macher der Netflix-Serie „Stranger Things“, die in der ersten Staffel aus dem Jahr 2017 einen der Hauptdarsteller mit großen Augen und den bedeutungsschwangeren Worten „DAS ist Music“ das Album „You don’t mess aorund with Jim” auflegen und dazu, nun ja, tanzen ließen.

Jim Croce belegt mit dem Album Platz 1 der Charts

Das Album von 1972 gilt gemeinhin als das Debüt von Jim Croce, es war aber vielmehr sein erster nennenswerter Erfolg als Musiker. Immerhin belegte die Platte die Nummer eins der US-Albumcharts und hatte mit dem Titelsong sowie „Operator (That’s not the Way it feels)“ hohe Platzierungen in den Singlecharts. „Time in a Bottle“ wurde ebenfalls ein Hit – aber erst nach dem jähen Ende von Croces Karriere.

Das Cover des Albums „You don't mess around with Jim“ von Jim Croce.
Das Cover des Albums „You don't mess around with Jim“ von Jim Croce. © BMG Rights Management/Warner
Das Cover der Album-Box „The definitive Croce“ von Jim Croce.
Das Cover der Album-Box „The definitive Croce“ von Jim Croce. © BMG Rights Management/Warner

In den Jahren vor dem Erfolg verdingte sich der studierte Psychologe aus Philadelphia mit Gelegenheitsjobs und versuchte immer wieder, auch mit seiner Frau Ingrid, als Musiker Fuß zu fassen. Die beiden ersten Alben aus den Sechzigerjahren floppten – eins allein, eins als Duo mit seiner Frau aufgenommen.

Anfang der 70er-Jahre der ersehnte Plattenvertrag

Doch eine Freundschaft mit dem Gitarristen Maury Muehleisen brachte neuen kreativen Schub und den lange ersehnten Plattenvertrag. Croces beruhigende Stimme und seine filigranen Songideen passten in die Zeit mit Musikern wie James Taylor oder Nick Drake. Und der Sound seiner Aufnahmen klingt auch heute noch erstaunlich.

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Die Story von Jim Croce ist eine dieser Was-wäre-wenn-Geschichten, denn er konnte weder die Huldigungen durch Kino- noch TV-Fans genießen: Der Musiker mit dem markanten Schnurrbart starb bereits 1973 mit 30 Jahren bei einem Flugzeugabsturz – kurz vor der Veröffentlichung seines letzten Albums "I got a Name".

Er hinterließ eine Frau und einen Sohn und ein Werk, das noch im Frühstadium einer vielversprechenden Karriere steckte. Dieses Jahr wäre Jim Croce 80 Jahre alt geworden. BMG veröffentlicht aus diesem Anlass die drei Hauptwerke „You don’t mess aorund with Jim“ „Life and Times“ und „I got a Name“ aus den Jahren 1972 und 1973 unter dem Titel „The definitive Croce“ als limitierte Dreifach-LP auf 180-Gramm-Vinyl oder als Dreifach-CD-Set. Leider kommt die Edition ohne Booklet und erklärende Worte zu dieser außergewöhnlich kurzen Karriere aus. Und so muss man allein die Musik sprechen lassen.

Wir stellen in #langenichtgehört vergessene, verkannte oder einst viel gehörte Alben vor.