Sägen, hämmern, nähen: So entsteht ein Strandkorb

Rantum/Insel Sylt  Urlauber können sich an den Stränden von Wind und zu viel Sonne schützen

Unterteil, Seitenteile und Oberteil eines Strandkorbes sind aus Holz. Hier werden sie von einem Mitarbeiter zusammengebaut. Foto: Simone Steinhardt

Unterteil, Seitenteile und Oberteil eines Strandkorbes sind aus Holz. Hier werden sie von einem Mitarbeiter zusammengebaut. Foto: Simone Steinhardt

Foto: zgt

Zum Urlaub an Nord- und Ostsee gehört er dazu: der Strandkorb. Er schützt vor zu viel Wind und auch vor zu viel Sonne. Doch wo werden die Körbe hergestellt? Zum Beispiel auf der Nordsee-Insel Sylt.

Es ist laut in der großen Halle der Firma. Männer sägen Holz, eine Maschine bohrt Löcher in Holzleisten. Es wird gehämmert und geschraubt.

Wir sind auf der Nordsee-Insel Sylt. In der Firma entstehen Strandkörbe. Die sind bei Urlaubern am Meer sehr beliebt, weil sie vor Wind und zu viel Sonne schützen.

Holz ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung eines Strandkorbes. Daraus werden alle vier Teile eines Korbs gemacht: das Unterteil, zwei Seitenteile und ein Oberteil.

„Das Holz für das Gestell kommt aus dem Norden. Zum Beispiel aus Schweden oder Finnland“, erklärt Willy Trautmann. Er ist der Chef der Firma. Das Holz, das man außen am Korb sieht, stammt aus dem Regenwald. „Das ist lange haltbar und nicht so anfällig“, sagt Willy Trautmann. Das Geschäft hat er von seinem Großvater übernommen.

Dieser hat schon vor ganz langer Zeit Strandkörbe auf Sylt gebaut. 70 Jahre ist das her. Inzwischen arbeiten auch Willy Trautmanns erwachsene Kinder mit in der Firma. Es gibt auch noch andere Betriebe in Deutschland, die die beliebten Körbe herstellen. Dafür braucht es Tischler, Monteure, Korbmacher, Schneider und Polsterer. Also fünf verschiedene Berufe! Einen einzigen Korb zu produzieren, dauert ungefähr acht Stunden.

Die Tischler schneiden das Holz zu und polieren es. Daraus baut der Monteur das Gestell. Zum großen Teil besteht ein Strandkorb aus Geflecht. Das ist das Material, das man außen an den Seitenwänden und auf dem Oberteil sieht. Dafür sind die Korbmacher zuständig.

Einer von ihnen ist Cemil Mogar. Er arbeitet schon seit 34 Jahren bei Willy Trautmann. Daher kann er auch unheimlich schnell flechten. Um das Flechten zu lernen, braucht man etwa drei Monate. Aber um so schnell zu werden wie Cemil, dauert es viele Jahre.

Im Stockwerk über der Produktionshalle arbeiten zwei Schneiderinnen. Neben ihnen stehen die fertigen Strandkörbe, die an die Kunden verkauft werden. Der Käufer kann sich den Stoff selbst aussuchen. Die Schneiderinnen nähen daraus die Bezüge und die Kissen für den Strandkorb. Zuerst schneiden sie die Stoffe auf die passende Größe zu. Dann wird genäht und die Maschine rattert leise.

Zum Schluss ist der Polsterer an der Reihe. Er füllt die Kissen und die Bezüge auf. So sitzt man schön weich im Korb. Zum Schluss werden Beschläge aus Edelstahl befestigt. Mit ihnen kann man das Kopfteil des Strandkorbs verstellen. Jetzt muss der Korb nur noch an den Strand.

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