Erfurter Künstlerin Dagmar Küchler setzt einen Fuß in die Wiener Kunstszene

Andreasvorstadt  Die Erlebnisse, die Dagmar Küchler am vorigen Wochenende in Wien sammelte, wollen erst einmal verarbeitet sein. Daher widme sie sich noch einige Tage ihrem Enkel und der Buchhaltung in der Firma ihres Ehemannes, bevor sie wieder zu den Mal-Utensilien greife.

Mit ihren Porträts aus der Welt der internationalen Künstler sowie aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wartete Dagmar Küchler in Wien auf. Foto: Heidrun Lehmann

Mit ihren Porträts aus der Welt der internationalen Künstler sowie aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wartete Dagmar Küchler in Wien auf. Foto: Heidrun Lehmann

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Erfurter Künstlerin, die als einzige Ostdeutsche auf der Metropolitain Art Fair 2015 (MAF) in Wien mit gut zwei Dutzend ihrer in den vergangenen zwei Jahren geschaffenen Porträts von Künstlern internationalen Ranges sowie aus dem Freundeskreis vertreten war, profitierte von der Ausstellung vor allem in Form von neu geknüpften Kontakten zur internationalen Kunstszene. Ein Galerist aus Wien bekundete Interesse und stellte Auftragsarbeiten zur Porträtmalerei in Aussicht. Über Einzelheiten zu den Konditionen müssten konkretere Absprachen im Nachhinein erfolgen, deutete die gebürtige Erfurterin an, die ihre Heimatstadt der Liebe wegen 2004 gegen das Rheinland eintauschte und vor fünf Jahren zurückkehrte.

Professionelles Selbstmarketing

Per E-Mail meldete sich eine Wiener Familie, die ebenfalls von Dagmar Küchlers Porträts begeistert war. Ein Künstlerkollege aus München fände eine gemeinsame Ausstellung gut. Selbst ein Weinhändler, der in Wien an der Ausrichtung des Caterings beteiligt war, könnte sich eine Ausstellung auf seinem Weingut vorstellen.

Ihn beeindruckte jedoch der lebensvoll-mächtige Stier, den die Erfurterin als weiteres Sujet gewählt hatte. Wie Dagmar Küchler wissen ließ, sollte die Metropolitain Art Fair eigentlich im Museum of Modern Art Vienna (MOYA) stattfinden. Da die Betreibergesellschaft jedoch Insolvenz anmelden musste, fanden die Organisatoren im Wiener Volkskundemuseum einen adäquaten Ort für die Exposition. Sie verfolge kontinuierlich Ausschreibungen in der einschlägigen Künstlerpresse. Dadurch sei sie auf die MAF aufmerksam geworden, bewarb sich mit ihrem Portfolio und sei von einer Jury für würdig befunden worden, in Wien dabei zu sein, schildert die 62-Jährige ihr Vorgehen. Ein Studium der Malerei bei Professor Thomas Egelkamp und Volker Altrichter an der Freien Kunstakademie in Bonn beendete Dagmar Küchler 2012 erfolgreich.

Ausstellungen führten sie nach München, Bonn, in die Pfalz und nach Düsseldorf. Eine Art künstlerisches Blogger-Tagebuch und eine neu gestaltete Homepage sowie ihr Künstlerbuch 2015 tragen zum unerlässlichen Selbstmarketing bei.

Derzeit entdecke sie die Digital-Art für sich, eine Form der neuen Medien, die die Malerei bereichere, wobei mittels I-Pad die Illusion von der Bleistiftzeichnung bis zum Umgang mit Ölfarben erzielt werden könne – eine künstlerische Variante „für kleineres Geld“, sagt die Erfurterin. Diese Erzeugnisse könnten gedruckt und auf Leinwand aufgezogen werden.

Neben ihrer künstlerischen Betätigung verliert Dagmar Küchler ihre karitativen Bestrebungen nicht aus dem Auge. So schenkte sie dem CVJM-Kindercafé in der Magdeburger Allee zwei Mountainbikes.

Als Mitglied des Erfurter Clubs von Soroptimist International, der das Mädchenwohnprojekt des „Perspektiv“ in Bischleben unterstützt, spendete sie eine komplette Badeinrichtung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren