Jenaer Kunstgarten wird zehn

Mehr Künstler denn je stellen ihre Werke am 11. Juli auf dem Johannisfriedhof aus.

Vorbereitung für den zehnten Kunstgarten: (v.l.) Kerstin Herrmann, André Möller und Ekaterina Peitz stellen am Samstag, 11. Juli, ihre Werke aus. Foto: Sascha Richter

Vorbereitung für den zehnten Kunstgarten: (v.l.) Kerstin Herrmann, André Möller und Ekaterina Peitz stellen am Samstag, 11. Juli, ihre Werke aus. Foto: Sascha Richter

Foto: zgt

Jena. Ein stilles schattiges Plätzchen soll es sein. André Möller ist zufrieden. Zwar ist der beliebte Haselstrauchplatz bereits belegt, doch hat er einen nicht weniger für sich attraktiven Ort gefunden, um sein Holzschmuck auszustellen. Und, wenn es gut läuft - wie er mit einem Augenzwinkern sagt - "zu verticken". Der 43-Jährige aus Jena ist einer von 40 Künstlern aus der Region, die ihre Werke beim zehnten Kunstgarten auf dem Jenaer Johannisfriedhof ausstellen.

Von Malerei bis Bildhauerei, von Fotografie bis Kunsthandwerk - am Samstag, 11. Juli, verwandelt sich das historische Friedhofsgelände von 11 bis 21 Uhr in einen Garten der Kunst. Und zum runden Geburtstag gibt es einiges Neues. So wird um 17 Uhr eine Kunstversteigerung durchgeführt. Künstler stellen dazu einige ihrer Werke zur Verfügung. Der Erlös soll in die Sanierung der Friedenskirche fließen, sagt Organisator Ralf Kleist vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Jena.

Grit Leinen, Organisatorin der ersten Stunde, betont, dass es sich trotz der Versteigerung nicht um eine Verkaufsveranstaltung handelt. "Das ist der Unterschied zu Kunsthandwerkermärkten." Im Fokus stehe trotz einiger handwerklicher Aussteller die bildende Kunst.

Zur zehnten Auflage des Jenaer Kunstgartens sind - zur Freude der Veranstalter - einige neue Gesichter dabei. So auch Kerstin Herrmann aus Tautenburg. Die Malerin besitzt dort ein Atelier und hat sich der abstrakten, aber auch dekorativen Malerei verschrieben. Einen Querschnitt ihrer Werke will sie nun auch auf dem Johannisfriedhof einer breiten Öffentlichkeit zeigen.

"Ich finde es gut, dass hier verschiedene Kunstrichtungen aufeinandertreffen", sagt Kerstin Herrmann. Der Johannisfriedhof sei ein Ort, der irgendwie inspiriere, sagt sie und freut sich auf interessante Gespräche mit Künstlern und Gästen, oder wie es im Karriere-Einmaleins heißt: aufs netzwerken.

Zum zehnten Kunstgarten blickt Grit Leinen gerne auf die Anfänge zurück. Damals, 2006, war Jena Gastgeber des Thüringentages. Im ganzen Trubel wollte man einen Ort der Ruhe und Inspiration schaffen. Aus einer kleinen Runde von befreundeten Ausstellern hat sich Jahre später ein fester Termin im Jenaer Kultur-Terminkalender entwickelt. 1000 bis 1500 Besucher werden auch diesmal wieder erwartet.

Seit dem Jahr 2006 nicht geändert hat sich die Intention des Kunstgartens: "Den Menschen die Scheu von der Kunst nehmen", sagt Grit Leinen. Menschen, die normalerweise nicht in Galerien kämen, würden so auf Kunst gestupst werden - egal ob jung oder alt.

Ekaterina Peitz aus Schleiz beispielsweise will junge Gäste mit ihrer Kindermalstraße zum Malen animieren. Sie stellt an ihrem Stand Malereien und Keramik aus. Der Kunstgarten sei eine tolle Möglichkeit, um sich zu präsentieren, sagt sie.

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