Nordhausen. Anette Leistenschneider inszeniert Giacomo Puccinis Oper „Madama Butterfly“ am Nordhäuser Theater und ruft eine wahrhaftige Kimonomanie hervor.

Auf das tragische Ende dürfte man eigentlich gefasst sein. Anette Leistenschneider, die Regisseurin, hat es in Nordhausen symbolisch gelöst. Fest entschlossen setzt Cio-Cio-San sich die Klinge an den Hals, und in breiten Bahnen rinnt es rot von den halbtransparenten Wänden des Pavillons. Markant stiftet das Loh-Orchester wuchtige Schlussakkorde aus dem Graben, dann tritt ein Augenblick der schwärzesten, traurigsten Stille ein. Mählich löst sich die Schockstarre im Saal. Tröpfelnder Beifall schwillt bald zu tosendem Sturm, jetzt steht das Publikum, Bravo-Rufe gellen, minutenlang ist das ganze Haus im Tumult. „Madama Butterfly“ ruft eine wahrhaftige Kimonomanie hervor.