Clubtheater Weimar präsentiert Schillers Dramen

Ganz oder gar nicht: Das Clubtheater Weimar präsentiert in seinem neuen Programm Schillers sämtliche Dramen und Auszüge aus den Balladen an einem Abend.

Mit Leidenschaft spielten sie alle "Schiller. Ganz oder gar nicht", hier Bettina Lange und Thomas Börner. Foto: Maik Schuck

Mit Leidenschaft spielten sie alle "Schiller. Ganz oder gar nicht", hier Bettina Lange und Thomas Börner. Foto: Maik Schuck

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Weimar. Nach der erfolgreichen Premiere im September durften sich die Akteure - Bettina Lange, Ute Dörfler, Christina Grossmann, Holger Schäler, Thomas Nössig und Thomas Börner - über einen vollen Kleinkunstsaal auch bei ihrer zweiten Aufführung freuen.

Temperamentvoll, spritzig und mit bewundernswerter Wandlungsfähigkeit komprimierten sie in dem Stück von Mirjam Barthel, Armin Jung und Carl Philip von Maldeghem in einer Inszenierung von Ralf Grossmann auf rund 80 Minuten, was in voller Länge 43,6 Stunden in Anspruch nehmen würde.

Nach dem Motto "Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst" (Schiller) entwickelten sie von den "Räubern" bis zu "Wallenstein" einen rasanten Bilderbogen, für den trotz der Kürze als oberstes Prinzip stand: "Werktreue wird uns den ganzen Abend begleiten". Und immer dann, "wenn wir an einem besonderen Punkt sind", schlug die Glocke (sic!). "Freude schöner Götterfunken".

Holger Schäler gab einen zupackenden Karl Moor und wollte der resoluten Amalia (Christina Grossmann) an die Wäsche. Ihre Leidenschaft fürs Theaterspielen und der Mut zum raschen Rollenwechsel machte die Szenen zu einem erheiternden Genuss, der vor allem eines bewirkte: Tieferes Interesse an den Werken des bekanntesten Unbekannten der deutschen Bühnenklassiker.

Weitere Aufführungen im nächsten Jahr geplant

Ein Appetizer, gekonnt angerichtet, gut gewürzt und leicht verdaulich. Das Wesentliche wurde pointiert auf den Punkt gebracht. Wer Schillers Werke nicht kundig war, brauchte nicht zu befürchten, den Faden zu verlieren. Jedes Werk wurde angesagt. Überdies sprachen Gestik, Mimik und Bewegungen Bände.

Jeden einzelnen in jeder der insgesamt mehr als 20 Rollen zu würdigen, würde diesen Rahmen sprengen. Besonders hervorgehoben aber seien Bettina Lange in ihrer Doppelrolle als Maria Stuart und Elisabeth, Holger Schäler im Tell und gemeinsam mit Ute Dörfler in einem "Don Carlos"-Duett, Thomas Nössig als Sophie in "Kabale und Liebe und in dem ergreifenden Verzweiflungsmonolog des Wallenstein, Christina Grossmann mit ihrem Rap auf Schiller und Thomas Börner als Prinz Kalaf in Turandot. Im nächsten Jahr gibt es weitere Aufführungen, genaue Termine werden gerade abgesprochen.

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