Licht aus für Erfurts Museumsnacht?

Erfurt/Jena/Weimar  Da der städtische Anteil für die Erfurter Museumsnacht noch nicht bewilligt worden ist, steht die Teilnahme der Landeshauptstadt auf der Kippe. Nachdem Jena bereits abgesagt aht, arbeite man in Erurt noch nach dem Prinzip Hoffnung.

Kai Uwe Schierz, der Leiter der Kunstmuseen Erfurt, befürchtet, dass die Teilnahme wegen fehlender 1000 Euro nicht möglich sein könnte.

Kai Uwe Schierz, der Leiter der Kunstmuseen Erfurt, befürchtet, dass die Teilnahme wegen fehlender 1000 Euro nicht möglich sein könnte.

Foto: zgt

Jena hat schon abgesagt, Erfurt noch nicht, aber vielleicht kommt es noch dazu. Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass das gesamte Ausstellungsprogramm der Erfurter Kunstmuseen in diesem Jahr wegen der vorläufigen Haushaltsführung Erfurts gefährdet ist (wir berichteten), erfuhr die TLZ gestern, dass auch die Erfurter Teilnahme an der Langen Nacht der Museen am 10. Juni bedroht ist.

„Die Planungen sind fertig. Das Problem ist, dass wir nicht in der Lage sind, Verträge abzuschließen“, sagte Kai Uwe Schierz, Leiter der Kunstmuseen Erfurt. Sö könnten beispielsweise Musiker nicht verbindlich eingeladen werden. Auch die Ausstellungseröffnung im Kabinett, die für diesen Abend geplant war, ebenso ein Lagerfeuer im Hof mit Gitarrenmusik seien unsicher.

26 kulturelle Einrichtungen sollten eigentlich in diesem Jahr in Erfurt an der Langen Nacht der Museen teilnehmen. Die Institutionen hätten ihre Konzepte bei der Kulturdirektion eingereicht, doch habe man bisher keine Zusage von der Stadt bekommen. Damit ist der städtische Eigenanteil, der sich laut Schierz für die Kunstmuseen auf etwa 1000 Euro beläuft, nicht genehmigt. Die Beteiligung an der Museumsnacht müsse deshalb „im schlimmsten Fall abgesagt werden“, so Schierz. Eine „vernünftige Veranstaltungsplanung“ sei aber schon jetzt nicht mehr möglich. „Wir halten die Leute hin, versuchen sie zu beruhigen und arbeiten derzeit nach dem Prinzip Hoffnung.“ Allerdings: Wenn bis Ende März kein Bescheid käme, wäre die Beteiligung an der Museumsnacht aus organisatorischen Gründen „nicht zumutbar“.

Bereits Ende Januar hatte Jena die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen abgesagt. Der Grund sei eine „Denkpause“, wie Jenakultur-Werkleiter Carsten Müller sagte. Er verspricht sich einen „neuen kreativen Atem“. Finanzielle Gründe habe es für die Absage nicht gegeben. Ein Problem sei jedoch, dass die Ko-Finanzierung der Impulsregion gekürzt worden sei, so der Werkleiter. 2017 wolle Jena wieder dabei sein, vielleicht aber nur alle zwei Jahre, damit keine „Übermüdung“ eintrete. Man brauche „Zeit und Kraft und Ideen“, begründete Müller.

In Weimar bedauert man die Absage Jenas und die Probleme in Erfurt. „Es ist schade für dieses gemeinschaftlich gewachsene Projekt“, sagte Ursula Seeger von der Kulturdirektion Weimar. Über die Zukunft einer gemeinsamen Langen Nacht der Museen in Erfurt, Jena, Weimar und Weimarer Land wollte sie nicht spekulieren. „Ich kann nur für Weimar sprechen. Und da sehe ich keinen Anlass, warum sie hier nicht stattfinden sollte. Das Interesse ist sehr groß.“ Etwa 20 000 Besuche seien bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr allein in den Einrichtungen der Klassik-Stiftung gezählt worden. Die Museumsnacht findet am 11. Juni in Weimar und im Weimarer Land statt.