In der ehemaligen Untermühle von Goldbach wird getöpfert

Die Scheibe dreht sich, daneben stehen Töpfe, Vasen und Krüge, sogar Vogelhäuschen von Mini- bis Palast-Variante. Franka Bronisch töpfert emsig. So als wolle sie einiges aufholen. Denn fast 20 Jahre widmete sie sich gar nicht oder nur ab und an ihrem Beruf als Töpferin.

Palast-Variante eines Vogelhäuschens: Auch Äste, auf denen sich Vögel niederlassen können, bringt Franka Bronisch an. Foto: Wieland Fischer

Palast-Variante eines Vogelhäuschens: Auch Äste, auf denen sich Vögel niederlassen können, bringt Franka Bronisch an. Foto: Wieland Fischer

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Goldbach. Haus, Hof und vor allem ihre fünf Kinder hatten Vorrang. Die Kinder sind jetzt alle mehr oder weniger selbstständig. Nun kann sie sich mit Hingabe dem Töpfern, ihrem ureigensten Metier, zuwenden.

Die ehemalige Untermühle in Goldbach hat sie mit Ehemann Hans-Christian Bronisch, Kontrabassist der Thüringen Philharmonie Gotha, vor neun Jahren bezogen und saniert. Das eigentliche Mühlenhaus funktionierten Bronischs zu einer Töpferei um. Wo einst Mühlrad und Transmissionsriemen rotierten, dreht sich nun die Töpferscheibe.

"Ich bin praktisch zwischen Töpfen und Ton groß geworden", sagt Franka Bronisch. Ihre Eltern betrieben in Zwenkau bei Leipzig eine Töpferei. Da lag der Berufswunsch quasi in der Wiege. Wie ihre Schwester lernte Franka Bronisch das Töpfern. Von 1984 bis 1986 arbeitete sie in mehreren Werkstätten. Sie wollte sich weiter profilieren und Kunst studieren. Aber als sich ihr erstes Kind ankündigte, galt ihre Fürsorge erst einmal der Familie. Nun ist selbst Therese, die Jüngste, dem Grundschulalter entwachsen, es finden sich Zeit und Muße, um sich dem Beruf zu widmen. Sind die Kinder in der Schule, wird in der Untermühle getöpfert. "Mir macht das Riesenspaß", beschreibt die Töpferin die Freude an ihrer Arbeit. Das Erdige liege ihr. Mit eigenen Händen kann sie ihre Kreativität ausleben. "Ich bevorzuge kräftige Formgebung", sagt Franka Bronisch und zeigt auf Brottöpfe aus Ton - die sind mit Löchern und Holzdeckel versehen, so halten sich Teigwaren oder Obst länger frisch. Auch Farbgebung, grünlich-bläulich, und Glasur tragen ihre eigene Handschrift. "Handarbeit soll zu sehen sein", sagt Franka Bronisch über ihr Steinzeug.

Seit etwa drei Jahren bietet sie ihre Gebrauchskeramik auf Märkten an. Ein schweres Geschäft, nicht nur wegen der körperlichen Belastung, die das Auf- und Abbauen von Ständen mit sich bringen. Ihren Eltern seien zu DDR-Zeiten Töpferwaren sprichwörtlich aus den Händen gerissen worden. Nach der Wende brach die Nachfrage ein. Jetzt sei eine Rückbesinnung zu spüren. "Ich habe das Gefühl, dass das Handwerk wieder eine Wertschätzung erfährt", beschreibt Franka Bronisch den Wandel. Nur davon leben lässt es sich schwer. Die Freude am Formen überwiegt bei Franka Bronisch. Die gibt sie gern weiter. Ihre Kinder seien wie sie in jungen Jahren bei ihren Eltern in der Töpferwerkstatt ständig zu Gange. "Alle Kinder sind damit aufgewachsen." Auch in der Waldorfschule Eisenach, die die Kinder besuchen, formt sie ab und an mit Schülern.

Am kommenden Wochenende, 9./10.März, öffnet sie die Töpferei in der Mühle für Besucher. Franka Bronisch beteiligt sich zum ersten Mal an der thüringenweiten Aktion "Tag der offenen Töpferei".

Tag der offenen Töpferei: Samstag/Sonntag, 9./10. März, 10 bis 18 Uhr Untermühle Goldbach mit Schautöpfern, Ponyreiten, Basteln und vielem mehr. Geöffnet auch: Töpferei Angela Eck, Tambach-Dietharz.

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