Berlin. Black Friday und Cyber Monday locken wieder mit Schnäppchen. Was laut Experten günstig wird und wie Sie sich vor Kriminellen schützen.

  • Die Black Week läuft bereits, am Freitag folgt dann der Black Friday, weiter geht es dann mit Cyber Monday und der Cyber Week
  • Wer soll da noch den Durchblick behalten?
  • Ein Experte erklärt, worauf Sie bei der Schnäppchenjagd achten sollten, damit das wichtigste Shopping-Ereignis des Jahres nicht zum Alptraum wird

Die Hinweise verdichten sich: Wer dieser Tage durch Einkaufsstraßen schlendert, Werbeplakate sieht, im Internet unterwegs ist oder schlicht sein Mail-Postfach öffnet, der kommt kaum dran vorbei. Je weiter der November vorrückt, desto häufiger stößt man als Verbraucherin und Verbraucher auf den Black Friday. Je nach Onlinehändler und Geschäft gern auch abgewandelt in Black Week, Black Month, Cyber Monday oder Cyber Week. Allen gemeinsam ist: „SALE“-Schilder und dicke Rabattversprechen in Geschäften und Onlineshops, die ein spektakuläres Shopping-Event inszenieren, mit dem Höhepunkt am 24. November 2023 (Black Friday) und dem Ausklang am 27. November 2023 (Cyber Monday).

Geübte Schnäppchenjäger wissen seit Jahren: Wirklich gute Angebote sind bis zum Black Friday in allen Kategorien durchaus drin –man muss sie nur unter der Masse der angeblichen Preiskracher erstmal finden. Denn nicht wenige Händler nutzen das Shoppingevent gern, um vorher nochmal die Preise zu erhöhen und Ladenhüter loszuwerden. Im Aktionsmonat November sind Betrüger im Netz zudem besonders eifrig, um Verbrauchern das Geld oder ihre Daten aus der Tasche zu ziehen.

Wir verraten, was Experten dieses Jahr vom Black Friday erwarten, wie sich Preise clever vergleichen lassen und wie Sie sich vor Betrügern im Netz schützen können.

Black Friday: Deutsche geben 2023 mehr aus – Rabatte von über 20 Prozent selten

Einzelhändler dürften sich freuen: Nach der Zurückhaltung im Vorjahr angesichts steigender Energiepreise und Inflation, möchten in diesem Jahr wieder mehr Menschen den Black Friday für Einkäufe nutzen – und obendrein mehr Geld ausgeben. Knapp zwei Drittel der Befragten haben vor, rund um die Rabattschlacht auf Schnäppchenjagd zu gehen – das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Das hat das Preisvergleichsportal Idealo.de in einer Umfrage unter mehr als 2000 Verbrauchern zwischen 18 und 64 Jahren herausgefunden. Ausgeben möchten die Befragten demnach im Schnitt 319 Euro – und damit 14 Prozent mehr als am vergangenen Black Friday (280 Euro).

„In diesem Jahr kommt hinzu, dass das Preisniveau aufgrund der Inflation immer noch etwas erhöht ist. Onlineshopper müssen also im Schnitt etwas mehr Budget einplanen“, sagt Idealo.de-Preisexperte Florian Kriegel gegenüber unserer Redaktion. „Gleichzeitig kann sich die Black-Friday-Zeit natürlich gerade jetzt lohnen – wenn man beim Einkauf aufmerksam ist und die echten Schnäppchen von den vermeintlichen zu unterscheiden weiß.“

Gerade zum Black Friday hin sollten Verbraucher die Preise von Geschäften und dem Onlinehandel gründlich vergleichen. Nicht hinter jedem Rabattschild stecken echte Schnäppchen.
Gerade zum Black Friday hin sollten Verbraucher die Preise von Geschäften und dem Onlinehandel gründlich vergleichen. Nicht hinter jedem Rabattschild stecken echte Schnäppchen. © picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Deutlich vergünstigte Angebote am Black Friday zu finden, scheint gar nicht so leicht. Die durchschnittliche Ersparnis lag im vergangenen Jahr bei mageren knapp sechs Prozent. Nur zehn Prozent der Produkte waren um 20 Prozent oder mehr im Preis herabgesetzt. Das ist das Ergebnis einer Idealo.de-Preisstudie. Dafür wurden die Durchschnittspreise von rund 10.000 Produkten aus den 100 beliebtesten Kategorien am Black Friday 2022 ermittelt und mit dem Vormonat Oktober verglichen.

Immerhin waren demnach 2022 knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Produkte am Black Friday günstiger als im Vormonat. Das größte Sparpotenzial zeigte sich bei E-Bikes (- 348 Euro), Fernsehern (- 187 Euro), Systemkameras (- 150 Euro), Notebooks (- 78 Euro) und Kinderwagen (- 76 Euro).

Jüngere Black Friday gegenüber zunehmend kritisch

Der steigenden Nachfrage zum Trotz sehen laut der Idealo-Studie manche das Einkaufsverhalten am Black Friday zunehmend kritisch. Mehr als jeder dritte Befragte (38 Prozent) stimmte zu, dass der Black Friday in Zeiten von Klimawandel und übermäßigem Konsum nicht mehr zeitgemäß sei. Auffällig: In der Altersgruppe zwischen und 14 und 28 Jahren – der „Generation Z“ –, stimmten dabei mehr als die Hälfte (52 Prozent) zu.

„Tatsächlich bestätigen unsere Umfrageergebnisse einen gewissen Trend, der sich schon länger abzeichnet – nämlich, dass die jüngere Generation konsumkritischer ist“, sagt Kriegel. Für viele sei das Event aber gerade in Zeiten gestiegener Kosten eine gute Gelegenheit, nötige Anschaffungen zu tätigen.

So vergleichen Sie am Black Friday die Preise

Um an wirklich günstige Angebote zu kommen, empfehlen Experten vor allem eines: Preise vergleichen! Sowohl zwischen Geschäften und Onlinehändlern als auch zwischen der Vielzahl an Onlineshops. Im besten Fall sollten Verbraucher immer mindestens zwei Preisvergleichsseiten bemühen, beispielsweise Guenstiger.de, Idealo.de oder Geizhals.de. Auf den Portalen lässt sich zudem festlegen, dass anfallende Versandkosten mit eingerechnet sein sollen und dass nur Händler gelistet werden, die das Wunschprodukt auch auf Lager haben. So entgeht man nach dem Black Friday langen Lieferzeiten.

Praktisch sind außerdem Preiswecker, die benachrichtigen, sobald der eingegebene Wunschpreis erreicht ist, sowie Preisverlaufs-Diagramme auf der Produktseite. Letztere helfen bei der Einschätzung, ob der Wunschartikel im Jahresvergleich am Black Friday wirklich besonders günstig ist. Überlegtes Herangehen verhindert Impulskäufe. Von angeblichen Angebots-Countdowns sollten sich Käufer ebenfalls nicht unter Druck setzen lassen. Experten raten dazu, vorher zu überlegen, was man wirklich benötigt – eine Einkaufsliste kann helfen.

Black Friday lockt Kriminelle an: Achtung vor diesen Betrugsmaschen

Verbraucher sollten im November sich ohnehin nicht gedankenlos der Shoppinglust hingeben. Der Black Friday ruft fast schon traditionell vermehrt Betrüger auf den Plan. Besonders im Netz wollen Cyberkriminelle an das Geld oder die sensiblen Daten der unvorsichtigen Kundschaft.

Stößt man online auf angebliche Black-Friday-Schnäppchen, sollte man dennoch seine Zugangsdaten nicht blind eingeben.
Stößt man online auf angebliche Black-Friday-Schnäppchen, sollte man dennoch seine Zugangsdaten nicht blind eingeben. © dpa-tmn | Mohssen Assanimoghaddam

So berichten Deutschlands meistgenutzte Mailanbieter Web.de und Gmx dieser Tage von einer Hochkonjunktur bei betrügerischen Spam- und Phishing-Versendern. Demnach registrieren die beiden Maildienste nach eigener Angabe derzeit mit rund 1,65 Milliarden Spam-Mails pro Woche einen neuen Rekordwert. Damit kursierten vor dem Black Friday rund zehn Prozent mehr schädliche Mails als im Jahresschnitt.

„Jeder will möglichst schnell sein, um ein Schnäppchen zu machen. In dieser Hektik werden viele User unvorsichtig, schauen nicht so genau hin oder klicken sogar auf einen Link in einer verdächtigen Mail, um an einen Rabatt zu kommen. Und das nutzen die Spam- und Phishing-Versender skrupellos aus“, warnt Arne Allisat, E-Mail-Sicherheitschef der beiden Anbieter.

Besonders beliebt bei Mailbetrügern: Das sogenannte Paketdienst-Phishing. Vorsicht also, wenn in Ihrem Postfach derzeit Mails landen, die den Service-Nachrichten von Paketdienstleistern wie DHL, Hermes, UPS oder DPD zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Masche funktioniert so:

  • Sie werden als Empfänger darin aufgefordert, Porto oder Zollgebühren für ein Paket nachzuzahlen, das angeblich gerade an Sie unterwegs ist.
  • Ein Link in der gefälschten Mail soll direkt zum Bezahlvorgang führen.
  • Wenn Sie hier gutgläubig Ihre Zugangsdaten für das Onlinebanking oder eines Online-Bezahldienstes eingeben, bringen die Betrüger Sie nicht nur um Ihr Geld für die angeblichen Gebühren. Sie greifen auch Ihre Login-Daten für späteren Missbrauch ab.
  • Paketdienst-Phishing per SMS statt per Mail kommt ebenfalls vor.

So ähnlich geht die zweite Masche: gefälschte Schnäppchen- und Rabattangebote von Shoppingportalen. Sie sollen sich dabei umgehend im Nutzerkonto großer Shoppingplattformen anmelden, um an Black-Friday-Angebote zu gelangen. Der Link zum Angebot leitet Sie weiter auf eine fingierte Anmeldeseite, die jenen von Amazon, Otto oder Zalando ähnelt. Gibt man dort Nutzername und Passwort ein, greifen Betrüger diese ab.

Die Mailanbieter betonen zwar, KI-gestützt viele der Betrüger-Mails zu erkennen und auszusortieren. Nutzer sollten dennoch stets die Absenderadresse kritisch prüfen und nicht über Login-Links innerhalb einer Mail auf Anmeldeseiten gehen. Besser: Die eigentliche Shopseite direkt in einem neuen Browser-Fenster öffnen und sich dort wie gewohnt ins Nutzerkonto dort einloggen.

Vorsicht: Bei Onlineshops mit ungewöhnlich hohen Rabatten kann es sich um Fakeshops handeln. Hier sollten Käufer auf ein Impressum achten und nach Bewertungen anderer Käufer im Netz suchen. Praktisch: Die Verbraucherzentralen bieten online einen kostenlosen Fakeshop-Finder . „Oft werben Fake-Shops zwar mit anderen Bezahlmethoden, im Bezahlvorgang selbst wird dann aber plötzlich nur noch Vorkasse angeboten“, sagt Florian Kriegel.

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Treffen kann es praktisch jeden: Mehr als jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) ist im vergangenen Jahr Opfer mindestens eines Onlineshopping-Betrugs geworden. Das ermittelte das finnische Cybersecurity-Unternehmen F-Secure mithilfe des Marktforschungsinstituts Censuswide. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent), die von einem oder mehreren Betrugsfällen betroffen waren, hat dabei mehr als 115 Euro verloren. F-Secure spricht von einem Gesamtverlust übers Jahr 2022 von 1,3 Milliarden Euro – davon allein 780 Millionen Euro in der Weihnachtszeit.