Berlin. Dass Zucker schädlich ist, wissen wir nicht nur vom Zahnarztbesuch. Doch kann man seinem Körper durch Zuckerverzicht etwas Gutes tun?

Zucker steckt in seinen verschiedenen Formen in fast jedem Lebensmittel, das wir zu uns nehmen. Sei es in Saucen, in der Currywurst in der Mittagspause oder beim Besuch im Restaurant. Über den ganzen Tag verteilt schaufeln wir eine ganze Menge Zucker in uns hinein. Und wie so oft im Leben gilt: Zu viel von etwas ist ungesund.

Das ist auch beim Zucker so. Essen wir auf Dauer zu viel davon, macht das nicht nur dick, sondern führt im schlimmsten Fall auch zu schweren Erkrankungen wie Diabetes, die die Betroffenen für den Rest des Lebens begleiten. Klar, dass da der ein oder andere genau darauf achtet, wie viel Zucker er oder sie zu sich nimmt. Doch was macht ein Zuckerverzicht eigentlich mit dem Körper? Und welche Körperteile profitieren besonders von einem Verzicht?

Was macht ein Zuckerverzicht mit der Haut?

Zucker unterstützt Entzündungen und fördert sie. Das macht sich auch durch Unreinheiten in der Haut oder Pickel bemerkbar, die letztlich nicht mehr oder weniger sind als eine Entzündung, die durch verstopfte Poren hervorgerufen wird. Verzichtet man also auf Zucker, fördert man die Hautgesundheit und die Haut fühlt sich reiner und glatter an. Das könnte auch bei dem ein oder anderen Teenager Abhilfe schaffen, da sie zu der Altersgruppe gehören, die am meisten Zucker essen.

Was macht ein Zuckerverzicht mit der Psyche?

Zucker kann Depressionen begünstigen. Das wurde im Rahmen einer Studie des University College London festgestellt. Dafür wurde der Zuckerkonsum der Patienten miteinander verglichen. Die Probanden, die am meisten Zucker zu sich nahmen, hatten ein um 23 Prozent erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Aber: Bei der Studie wurde nicht geklärt, ob die Studienteilnehmer vielleicht mehr Zucker aßen, weil sie bereits depressiv waren.

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Das Problem: Wer Zucker ist, steigert damit seinen Blutzuckerspiegel. Dieses kurze Hoch sorgt dafür, dass im Gehirn Serotonin ausgeschüttet wird, das sogenannte Glückshormon. Dieses Hoch ist nach kurzer Zeit allerdings schon wieder vorüber und der Körper fällt in ein Loch. Für Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, kann somit ein gefährlicher Teufelskreis entstehen, da sie immer mehr Zucker zu sich nehmen. Das führt zu Übergewicht, das ebenfalls negative Auswirkungen auf unsere Psyche hat. Der Verzicht auf Zucker kann in Ergänzung mit einer gesunden Ernährung positive Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben.

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Was macht ein Zuckerverzicht mit den Zähnen?

Wir kriegen es schon vom ersten Zahnarztbesuch an eingebläut: Zucker sorgt für Karies. Karies schadet den Zähnen, und dann muss gebohrt werden. Der Zucker wird im Mund von Bakterien zu Säure umgewandelt, die den Zähnen schadet. Lassen wir diese extreme Säurezufuhr einfach weg, sind unsere Zähne weniger gefährdet und neigen seltener zu Karies.

Schönere Haare, bessere Zähne: Ein Zuckerentzug hilft auf verschiedenen Wegen.
Schönere Haare, bessere Zähne: Ein Zuckerentzug hilft auf verschiedenen Wegen. © iStock | Moyo Studio

Was macht ein Zuckerverzicht mit den Haaren?

Es ist doch wirklich zum Haare raufen mit dem Zucker! Laut einer Studie der Pekinger Tsinghua-Universität kann Zucker bei Männern sogar zu Haarausfall führen. Dabei wurde untersucht, wie viele gesüßte Getränke die Probanden tranken. Danach wurde der Effekt auf die Haarpracht untersucht. Das Ergebnis. Je mehr Zucker die Studienteilnehmer tranken, desto eher litten sie an Haarausfall. Der Zucker lässt den pH-Wert des Körpers schlicht zu sauer werden, was die Durchblutung der Kopfhaut schwächt und so Haarausfall begünstigt. Zeitgleich schadet Zucker den Haarfollikeln, was die Haare brüchig und stumpf werden lässt.

Auch an den Haaren selbst machen sich die durch Zucker ausgelösten Entzündungen wieder bemerkbar. Solche Entzündungen schwächen auf Dauer die Haarwurzeln und führen ebenfalls zu Haarausfall. Der Verzicht auf Zucker stärkt hingegen die Kopfhaut und das gesunde Wachstum unserer Haare.

Was macht ein Zuckerverzicht mit dem Darm?

Zucker ist ein gefundenes Fressen für schädliche Bakterien im Darm, die sich so unter besten Bedingungen vermehren können. Dadurch haben Viren und andere unerwünschte Stoffe im Körper freies Spiel, was wiederum das Immunsystem schädigt. Studien zufolge kann dieser Effekt aber durch verstärkte Ernährung mit Ballaststoffen ausgeglichen werden. Also: weniger Zucker, weniger Krankheitserreger!

Wie hilft ein Zuckerverzicht beim Abnehmen?

Wer abnehmen will, sollte tatsächlich auf Zucker verzichten oder zumindest nicht ganz so viel davon essen. Da Süßigkeiten und andere Leckereien voll mit Zucker sind, nehmen wir schlicht zu viel davon auf. Zwar liefert der Zucker Energie, die wir teils auch verwerten. Der überschüssige Zucker wird aber vom Körper als Fett gespeichert, quasi für schlechte Zeiten. Heißt: kein Zucker, weniger Fettpolster um die Hüfte.

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Zeitgleich steigt durch den Zuckerkonsum unser Insulinspiegel schnell an. Grund dafür sind die kurzkettigen Kohlehydrate, aus denen Zucker besteht. Der Blutzuckerspiegel steigt schnell an, fällt danach aber wieder. Der Körper möchte dann ein neues Hoch erleben. Die Folge: Wir greifen erneut zu zuckerigen Produkten. Essen wir statt dem kurzkettigen Zucker aber langkettige Kohlenhydrate wie Vollkorn-Produkte, wird der Zucker langsamer an den Körper abgegeben und versorgt ihn dauerhaft mit Energie.