„Babys nicht schütteln!“: Faltblatt klärt über Gefahren auf

Erfurt  In fünf Sprachen kommt jetzt eine Broschüre heraus, die auf ein wichtiges Thema für Eltern hinweist: der geschickte Umgang mit dem Baby, ohne eine lebensbedrohliche Situation herbeizuführen.

Wenn Eltern befürchten, dass sie mit ihrem schreienden Baby auch mal an Grenzen gelangen, können sie Hilfe bekommen. Heike Werner, Beate Tröster, Guido Dressel, Carola Hettstedt, Susanne Zwiebler und Heiko Höttermann (von links) stellten gestern im Family-Club das Faltblatt vor. In neuer Auflage informiert es in fünf Sprachen über Gefahren, die das Schütteln des Babys mit sich bringt, über Ansprechpartner, Tipps für den Umgang mit Schreibabys und das Elterntelefon „Nummer gegen Kummer“. Foto: Lydia Werner

Wenn Eltern befürchten, dass sie mit ihrem schreienden Baby auch mal an Grenzen gelangen, können sie Hilfe bekommen. Heike Werner, Beate Tröster, Guido Dressel, Carola Hettstedt, Susanne Zwiebler und Heiko Höttermann (von links) stellten gestern im Family-Club das Faltblatt vor. In neuer Auflage informiert es in fünf Sprachen über Gefahren, die das Schütteln des Babys mit sich bringt, über Ansprechpartner, Tipps für den Umgang mit Schreibabys und das Elterntelefon „Nummer gegen Kummer“. Foto: Lydia Werner

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Die beiden Babypuppen werden normalerweise im Babysitter-Kurs des Family-Clubs auf dem Drosselberg benötigt. Sie nehmen es nicht übel, wenn mal ein Handgriff nicht so sitzt. Zum Üben haben sie die richtige Größe. Zwischen ungeschicktem Umgang mit dem Baby und Eltern, die beispielsweise bei einem häufig schreiendem Neugeborenen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen könnten, liegt aber ein himmelweiter Unterschied.

„Babys nicht schütteln!“ heißt ein Faltblatt der Techniker Krankenkasse, das vor fast zehn Jahren zum ersten Mal erschien. Jetzt ist es neu und in fünf Sprachen aufgelegt worden. Es klärt nicht nur in deutscher, sondern auch in englischer, russischer, arabischer und türkischer Sprache über die Gefahren auf, die das lebensgefährliche Schütteln mit sich bringt. Außerdem enthält es Tipps, wie man mit viel schreienden Babys umgehen, sie ablenken und sich selbst auf andere Gedanken bringen kann.

Ganz wichtig sind die Ansprechpartner, bei denen man Hilfe und Unterstützung bekommen kann – schon bevor man nicht mehr weiter weiß und die Geduld verliert. Auch Ratgeberseiten im Internet und das bundesweite Elterntelefon „Nummer gegen Kummer“ unter (0800) 1110550 sind aufgelistet.

2500 ist jeweils die Stückzahl in den fremden Sprachen, in deutscher Sprache wurden 10 000 gedruckt. Sie liegen beispielsweise in Familienzentren, bei Hebammen, Kinderärzten und in Beratungsstellen aus, wo junge Eltern auch Hilfe finden.

Bei dem Gemeinschaftsprojekt mit im Boot sind auch das Bildungsministerium, das Familienministerium und die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Thüringen. „Junge Eltern müssen wissen, dass es ganz normal ist, wenn sie sich mal überfordert fühlen“, sagte gestern Familienministerin Heike Werner (Linke).

Das Faltblatt bündelt ganz frühe Hilfen und soll das Bewusstsein schärfen, welche Risiken das Schütteln von Babys mit sich bringt, betont Guido Dressel von der Techniker Krankenkasse.

„Väter werfen ihre Kinder beim Spielen gern mal in die Luft, mit Neugeborenen geht das nicht“, sagt Susanne Zwiebler, Geschäftsführerin des Familienverbands, der den Family-Club betreibt. Dort kommen die Fachleute mit jungen Eltern ins Gespräch. „Es ist ja unser originärer Auftrag, Familien zu beraten und in Krisensituationen zu helfen“, ergänzt Carola Hettstett, die den Family-Club leitet. Die dort angebotenen Kurse, Workshops und Treffpunkte haben den Vorteil, einen sehr offenen Zugang zu Eltern und die gute Vernetzung auf fachlicher Ebene auch mit anderen Einrichtungen miteinander zu verknüpfen. Und Angst, mit seinem Kind zu spielen oder die Sorge, zu ungeschickt mit ihm umzugehen, will das Faltblatt auch nehmen. Denn das birgt nicht die Risiken, die für das Schütteln aufgezeigt werden.

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