Hypnotiseur Peter Schade aus Erfurt „zerrt Menschen von der Zigarette weg“

Erfurt  Peter Schade setzt lieber nicht auf Show, wenn er sagt, er könne Menschen innerhalb einer Stunde von der Zigarette wegzerren. Dauerhaft, versteht sich. Da bedient er sich der klassischen Hypnose. Die funktioniert, versichert er.

War selber Raucher: Peter Schade. Anlässlich des Weltnichtrauchertages besuchte unsere Zeitung den Hypnotiseur. Foto: Esther Goldberg

War selber Raucher: Peter Schade. Anlässlich des Weltnichtrauchertages besuchte unsere Zeitung den Hypnotiseur. Foto: Esther Goldberg

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Er spielt am Anhänger seiner Kette – es ist die Himmelsscheibe von Nebra. „Ich mag das Mystische“, sagt Peter Schade. Es ist, als wolle er das Klischee eines Hypnotiseurs bedienen. Dabei hält er gar nichts von Showbühnen-Hypnose. „Da geht es von der leichten in die tiefe Trance. Und in der Tiefentrance macht das Unterbewusstsein, was es will“, erklärt er.

Peter Schade setzt lieber nicht auf Show, wenn er sagt, er könne Menschen innerhalb einer Stunde von der Zigarette wegzerren. Dauerhaft, versteht sich. Da bedient er sich der klassischen Hypnose. Die funktioniert, versichert er. „Wenn es nicht klappt, wiederhole ich diese Behandlung kostenlos“. Das ist ein Argument, das offensichtlich zieht. Zwischen 300 und 500 Raucherentwöhnungen gibt er Jahr und Jahr. Seine beiden Praxen in Erfurt und Berlstedt boomen. Die Entwöhnungswilligen kommen aus ganz Deutschland, vor allem aus Deutschlands Süden. „Die Wartezeit beträgt derzeit zwei Monate“. Warum hat der Mann einen solchen Erfolg? Ist es tatsächlich so einfach, die Nikotinsucht zu bezwingen? Peter Schade lächelt. Er hat es selbst erfahren. Die Zigarette in der Hand war sein Markenzeichen. Bis er hypnotisiert wurde. Seither ist er sauber. Und fühlt sich entsprechend gut. Und inzwischen ist er Mental- und Motivationstrainer und entwickelte die erste Mobile Rauchentwöhnung in Deutschland. Wer also nicht in seine beiden Praxen kommen kann, für den gibt es auch Termine zu Hause.

Zu Beginn der Sitzung erzählt er seinen Klienten, was in der Sitzung mit ihnen passieren wird. Sie werden niemals vollkommen wegtreten, versichert er und werden gar meinen, dass sie gar nicht in Hypnose waren. Waren sie aber. Nur in einer leichter Trance, sagt Peter Schade. Eine Trance, bei der sie jederzeit die Augen öffnen könnten.

In dieser Trance hören sie seine Stimme. Es gibt einen Einleitungstext, in dem unter anderem gezählt wird. Von fünf auf eins oder auch mal bis zehn. Dann kommt der Suggestionstext. Einer der Sätze darin heißt „Von nun an ist das Rauchen uninteressant für mich“.

So deutlich und sehr irdisch Peter Schade diese Art der Hypnose auch erklärt, eine gewisse Skepsis bleibt. Damit kann er leben, sagt er. Er weiß um die Wirkungsweise des Unterbewussten. Zu ihm kommen Männer, deren Frauen einen Gutschein für die Nikotinfrei-Hypnose geschenkt haben. „Die sagen mir, dass sie gar nicht aufhören wollen. Aber die Frau habe sie geschickt. Auch die hören mit dem Rauchen auf“, versichert Schade.

„Entscheidend ist, dass derjenige oder diejenige, die nicht mehr rauchen wollen, den Hypnotiseur zulassen“, sagt er. Er hatte vor einigen Jahren ein paar Kilo abgenommen. Damit veränderte sich auch seine Stimme, sie wurde eine Nuance höher und die Erfolgsquote kleiner. Also aß Peter Schade so viel, dass fünf der zehn verlorenen Kilo wieder auf die Rippen kamen und damit seine Stimme wie zuvor leise und dennoch voll klang.

Nun, ganz ohne einen Trick für die ersten rauchfreien Tage kommen seine Klienten nicht aus. Doch den verrät er ihnen: Bei innerer Unruhe wird mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand die Fingerspitze des kleinen Fingers der linken Hand in Uhrzeigersinn gedreht. Leicht und behutsam. Dazu viermal kurzatmig ein- und viermal langatmig ausatmen. Dreimal am Tag und zehn Tage lang.

Preiswert ist der Rauchstopp nicht. Aber er ist nicht teurer, als würde man einen weiteren Monat rauchen. Man mag geneigt sein, an Scharlatanerie zu glauben. Doch als Peter Schade auf der Erfurter Gesundheitsmesse war, konnte man ihm beim Arbeiten zusehen, mit ihm sprechen und all jene Fragen stellen, die der eigenen Skepsis entspringen. Ganz irdisch. Und dabei spielt Schade an seiner Kette und der Himmelsscheibe ...