Pilotprojekt: Weimarer Hausärztin mit Assistenz auf vier Rädern

Weimar  Hausärztin Cara Schatton ist heilfroh, eine Mitarbeiterin wie Verah zu haben. Verah ist eine Schwester, die der Allgemeinmedizinerin mit Praxis in der Friedensstraße viel Arbeit abnimmt. Konkret sind es rund einhundert Patienten, die von Verah betreut und vor allem von ihr besucht werden.

Dr. Cara Schatton (schwarzes T-Shirt) hat ihre Praxis in der Jenaer Straße. Von hier aus schwärmen ihre Mitarbeiterinnen Isabelle Gottschalk-Schmidt (im Auto) und Assistenzärztin Sandra Schubert zu den bettlägerigen Patienten aus. Mathias Koltermann vom Autohaus Schinner hat das erste Weimarer Praxismobil übergeben. Foto: Sabine Brandt

Dr. Cara Schatton (schwarzes T-Shirt) hat ihre Praxis in der Jenaer Straße. Von hier aus schwärmen ihre Mitarbeiterinnen Isabelle Gottschalk-Schmidt (im Auto) und Assistenzärztin Sandra Schubert zu den bettlägerigen Patienten aus. Mathias Koltermann vom Autohaus Schinner hat das erste Weimarer Praxismobil übergeben. Foto: Sabine Brandt

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Verah ist ein Kürzel. Dahinter verbirgt sich eine „Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis“. Medizinische Fachangestellte, die diese Weiterbildung erfahren haben, sind in der Lage, den Hausarzt in enger Absprache zu unterstützen und zu entlasten und bei bettlägerigen Patienten Hausbesuche abzustatten. In der Praxis von Cara Schatton heißt Verah mit bürgerlichem Namen Isabelle Gottschalk-Schmidt.

Seit Montag (1. Februar 2016) ist die medizinische Fachangestellte mit einer Art mobilen Hausarztpraxis unterwegs. Der kleine Opel ist das erste Verah-Plus-Mobil in Weimar. Er erlaubt es, der Verah und ihrer Kollegin, der Assistenzärztin Sandra Schubert, rund einhundert Patienten zu Hause zu versorgen, die nicht in der Lage sind, ihren Hausarzt aufzusuchen.

Die meisten von ihnen sind betagte Menschen in Weimar, Schwerstedt, Legefeld, Ettersburg, Leutenthal und Mellingen, unter ihnen Palliativ- aber auch ein Teil Akutpatienten. Manche von ihnen bekommen mehrmals pro Woche Besuch von Verah. Bei anderen sind die Besuchsabstände größer.

Das Autohaus Schinner hat den Kleinwagen den Bedürfnissen der Verah angepasst. Dazu gehört unter anderem ein beheizbares Lenkrad. Denn mit kalten Fingern fallen viele Handgriffe in der unmittelbaren Patientenbegegnung viel schwerer, erklärt Isabelle Gottschalk-Schmidt.

Mit den mobilen Verahs lassen der Hausärzteverband Thüringen und die AOK Plus ein Modell zur Patientenversorgung wiederaufleben, das mit der DDR untergegangen zu sein schien: die traditionelle Gemeindeschwester. Allerdings sind Gottschalk-Schmidt und ihre Kollegen mit größeren Befugnissen ausgestattet. Sie wechseln Verbände, entnehmen Blut, geben Spritzen und können Krankheitsbilder beurteilen.

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