12. Tierweihnacht im Eisenacher Tierheim

Schubkarrenweise Tierfutter für Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Vögel und anderes Getier wurde am Sonnabend zur mittlerweile 12. Tierweihnacht im Eisenacher Tierheim abgeliefert. Wer ohne Futtertüte kam, der steckte garantiert einen Schein in die Spendenbox.

Tierweihnacht in Eisenach: Jugendgruppe des Tierschutzvereins mit Hund Max, der drei Jahre auf der Straße lebte. Foto: Rita Specht

Tierweihnacht in Eisenach: Jugendgruppe des Tierschutzvereins mit Hund Max, der drei Jahre auf der Straße lebte. Foto: Rita Specht

Foto: zgt

Eisenach. "Unsere Tierfreunde vergessen uns nicht", freute sich Tierheimmitarbeiterin Marion Hinz, die mit Tierheimleiterin Kerstin Wolf und vielen anderen Helfern die diesjährige Benefizveranstaltung für die Vierbeiner ausrichtete.

Bereits am Vormittag war das Gelände am Trenkelhof regelrecht zugeparkt. Nach der Spendenabgabe wurden die Gäste mit heißem Tee, Lebkuchen und Plätzchen bewirtet. Viele von ihnen brachten eigene Tiere mit, darunter Monika und Klaus Misch. Sie kamen mit Hund Max, der drei Jahre auf der Straße gelebt hatte. "Wir kommen aus Gewohnheit. Wir haben immer mit Tieren zu tun und wissen, was das bedeutet", so die Hundemutter.

Die meisten Gäste nutzten die Gelegenheit für ein Schwätzchen mit den Tierheimleuten, schauten sich die Tierunterkünfte an oder sahen sich auf einem Flohmarkt um, der zum dritten Mal von der engagierten Tierfreundin Christa König ausgerichtet wurde. Beim Verkauf des Sortiments vom Tierbuch bis zur Bratpfanne half ihr Sybille Baudler, in Eisenach auch als Katzenmutter bekannt: Sie zieht Katzenbabys auf, die das Großwerden allein nicht schaffen.

Dieses Jahr hatte sich die Jugendgruppe des Vereins für die Tierweihnachtsgäste etwas Besonderes ausgedacht: Sie führte ein kleines Stück auf, das Gloria Köhler selbst geschrieben hat. Darin geht es um die achtjährige Luisa, der die Mutter einen Hund schenkt. Wie es dem Mädchen gelingt, dafür Verständnis zu übernehmen und auch ihre Mutter lernt, dass sie mit dem Schenken des Tieres nicht die Verantwortung dafür los ist, das kam bei den Gästen gut an.

Auch dieses Jahr werden vom 22. Dezember bis zum 2. Januar im Tierheim keine Tiere vermittelt. "Wir wollen nicht, dass daraus Weihnachtsgeschenke werden", so Gerd Fischer, Vorsitzender des Tierschutzvereins Eisenach und Umgebung, Träger des Tierheims. 27 Hunde, 75 Katzen, 4 Kaninchen und 2 Meerschweinchen leben zurzeit darin. Im November konnten allein 35 Katzen vermittelt werden, berichtete Tierheimleiterin Kerstin Wolf. Für Gerd Fischer ist die wiederum sehr gut besuchte Tierweihnacht "ein Beweis für die Akzeptanz des Tierheims in der Bevölkerung". "Wir sind auch weiter auf Futter und Geldspenden dringend angewiesen", so der Vereinsvorsitzende. Für etwa 4000 Euro müsse beispielsweise Öl gekauft werden. Das Heim hofft darauf, die Summe in Raten bezahlen zu können. Und auch der Tierarzt will entlohnt werden. Problematisch gestalte sich die Personalsituation: Zwar habe man Bundesfreiwillige beantragt, sogenannte "Bufdis", sei aber auf 2013 vertröstet worden. Von der Arbeitsagentur gebe es keinerlei Unterstützung mehr.

Den Mitarbeitern des Heimes sprach er im Namen des Vorstandes des Tierschutzvereins seinen Dank aus: "Sie geben jeden Tag 120 Prozent", so Gerd Fischer. Er wies darauf hin, dass der Verein nächstes Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

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