Erfurt. Der Deutsch-Iraner Pirusan Mahboob tritt für eine Verständigung zwischen den Religionen ein.

Wenn man sein kleines Geschäft in Erfurts Altstadt betritt, ist der regennasse Novembertag plötzlich sehr weit weg. Handgeknüpfte Teppiche an den Wänden, üppige Sitzpolster, zierliche Messingkrüge, der Hausherr serviert schwarzen Tee mit Datteln. Als habe Pirusan Mahboob beschlossen, die warme, poetische Seite des Iran in einen Raum zu gießen. Das Land, aus dem seine Eltern stammen, wohin die Familie Anfang der 80er zurückkehrte, da war er, in Regensburg geboren, keine sechs Jahre alt. Die Familie zog sehr schnell wieder nach Deutschland zurück, er musste warten, bis er 19 war, da lag eine behütete iranische Kindheit und Jugend in einer traditionsreichen Familie hinter ihm. Das ist eine eigene Geschichte, aber sie hat mit seiner Zerrissenheit zu tun. Zwischen der einen Heimat, deren Führung Israel vernichten will und der anderen, für die der Beistand zu Israel Staatsräson ist. So sagt er es.