Der Fachausschuss kann kommen: Kneippianer tagen in Tabarz

Tabarz  Sigurd Scholze rechnet Tabarz sehr große Chancen aus, dass der Ferienort dieses Jahr den Titel Kneipp-Heilbad erhält. „Ich gehe davon aus, dass wir diese hohe Auszeichnung bekommen“, sagt der Vorsitzende des Kneipp-Landesverbandes zur Jahreshauptversammlung in Tabarz.

Sigurd Scholze gratuliert Edith Wiesenthal (25 Jahre Schatzmeisterin) zum „Ehrenbrief des Freistaates“. Foto: Wieland Fischer

Sigurd Scholze gratuliert Edith Wiesenthal (25 Jahre Schatzmeisterin) zum „Ehrenbrief des Freistaates“. Foto: Wieland Fischer

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Sigurd Scholze rechnet Tabarz sehr große Chancen aus, dass der Ferienort dieses Jahr den Titel Kneipp-Heilbad erhält. Es wäre der erste Kurort in Thüringen, der in dieser Liga aufsteigt.

„Ich gehe davon aus, dass wir diese hohe Auszeichnung bekommen“, sagt der Vorsitzende des Kneipp-Landesverbandes zur Jahreshauptversammlung in Tabarz. Der Fahrplan dazu steht fest. Die Grundvoraussetzung, zehn Jahre Kneippkurort, ist erfüllt. Seit 15 Jahren, von 2001 bis 2016, besitzt Tabarz diesen Status. Am 9. Mai wird der Landesfachausschuss in Tabarz erwartet. Das Prädikat Kneipp-Kurort läuft am 30. Juni aus. Alle Gutachten und Erklärungen sind erfolgt. Der letzte Baustein dazu liegt jetzt auch vor: der Kurort-Entwicklungsplan.

„Es gibt in Thüringen hinsichtlich Kneipp nichts Vergleichbares“, bekräftigt Sigurd Scholze das Ansinnen. Es wäre für ihn und seine Mitstreiter ein weiterer Meilenstein, nachdem die Unesco Anfang Dezember 2015 das Kneippen als immaterielles Kulturerbe anerkannt hat. Neben dem Stammsitz Bad Wörishofen, dem Verband Deutscher Kneipp-Heilbäder/-Kurorte sehen auch die 15 Thüringer Kneipp-Vereine darin eine große Anerkennung ihrer Arbeit, sagt Scholze.

Diese verweisen auf eine wachsende Schar Gleichgesinnter. Die magische Zahl von 1000 Mitgliedern sei zu Beginn dieses Jahres überschritten worden, berichtet Thüringens erster Kneipp-Vertreter.

Die Basis dafür wird seit Jahren in Kindergärten geschaffen. Auch hier waren die Tabarzer in Thüringen Vorreiter. In den 1990er Jahren öffnete sich die Kita „Villa Kunterbunt“ für Kneipp. „Kneipp-Kita war damals noch vollkommen neu“, erinnert Sigurd Scholze. Die damalige Leiterin, Karin Möhring, und Mitarbeiterinnen wie Sabine Schiering, Undine Jacobs, Ramona Naujokat trugen dazu bei, die fünf Säulen (Wasser, Bewegung, Kräuter, Ernährung, innere Balance) zu verankern und über Tabarz hinaus zu verbreiten. Die vier Frauen waren allesamt Gründungsmitglieder des Tabarzer Kneipp-Vereins. Sie unterstützen dessen Arbeit seither nach Kräften. Zur Jahreshauptversammlung würdigt Landrat Konrad Gießmann (CDU) ihr Engagement mit der „Ehrenamtscard“ des Landkreises, die er ihnen überreicht.

Noch eine weitere Würdigung hat Gießmann für Edith Wiesenthal parat. Er übergibt ihr den „Ehrenbrief des Freistaats“, für ihre jahrelange Arbeit im Hintergrund. Die ehemalige Buchhalterin kümmerte sich seit 25 Jahren, zuerst im Kur- und Fremdenverkehrsverein Tabarz, dann im Kneipp-Verein, um dessen Finanzen. Ihre exakte und sparsame Haushaltsführung hat dazu beigetragen, dass der Verein Fördermittel erhielt, um in Tabarz Projekte wie den Ausbau der „Verrückten Schule“ und des Heimatmuseums bewerkstelligen zu können. Derartige solide Haushaltsführung wünsche er sich von manchen Kommunen, räumt der Landrat unumwunden ein.

Der Kneipp-Landesverband will in diesem Jahr den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Schulen legen. Das Kneippen habe durch die 42 Kindergärten thüringenweit einen großen Schub erhalten. „Dieses Wissen darf nicht verloren gehen“, sagt Sigurd Scholze. Deswegen soll es noch stärker in Schulen getragen werden. Auch hier geht Tabarz mit gutem Beispiel voran, in der im vergangenen Jahre formierten Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klasse. „Bisher waren es nur Grundschulen, die wir erfasst haben. Wir möchten weitergehen über Regelschulen bis Gymnasien“, gibt Thüringens erster Kneippianer als Marschrichtung für dieses und die folgenden Jahre aus.

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