Eichsfelder radelt aus Edinburgh zum Familientreffen

Sieben Tage war er unterwegs mit dem Fahrrad und legte dabei von Schottland bis Thüringen rund 1200 Kilometer zurück. Der gebürtige Eichsfelder Markus Stitz arbeitet als Marketing-Manager in Edinburgh und hat wie schon vor Weihnachten seinen Drahtesel bequemeren Fortbewegungsmitteln vorgezogen.

Sieben Tage war der gebürtige Eichsfelder, Markus Stitz, unterwegs mit dem Fahrrad und legte dabei von Schottland bis Thüringen rund 1200 Kilometer zurück. Foto: Hartmut Schwarz

Sieben Tage war der gebürtige Eichsfelder, Markus Stitz, unterwegs mit dem Fahrrad und legte dabei von Schottland bis Thüringen rund 1200 Kilometer zurück. Foto: Hartmut Schwarz

Foto: zgt

Erfurt. Zwar wich die Strecke zum Familientreffen diesmal ein wenig ab, doch Erfurt als Zwischenstopp war gestern wieder drin. Strahlend traf er ein und ist auch stolz, weil er seine Grenzen diesmal auf andere Weise ausgelotet hat. Längere Tage als im Winter, ein richtiges Rennrad statt eines Rades ohne Gangschaltung und täglich rund zehn Stunden im Sattel. "Mental war das härter als die Wintertour", sagt er. Wenn er auch in erster Linie aus Spaß an der Freude und aus Neugier auf diese Art der Reise solche Unternehmungen startet, verliert er nicht den anderen Grund für die Strapazen aus den Augen. Wieder sammelt er Spenden für einen guten Zweck. Er unterstützt die Wohltätigkeitsorganisation Bicycle Empowerment Network Namibia. Die bildet in Namibia unter anderem Fahrradmechaniker aus, die sich ein Standbein mit dem Reparieren von Gebrauchträdern schaffen, und leistet so nachhaltige Armutsbekämpfung vor Ort.

Viele Leute kennengelernt und viel erlebt hat er trotz der Monstertouren im Sattel. Hamburg hat sich für den 31-Jährigen als echt teures Pflaster erwiesen - im wahrsten Sinne des Wortes. Obwohl er sich nicht lange aufhalten wollte, kosteten ihn vier kaputte Schläuche und zwei zerstörte Mäntel innerhalb eines Morgens Zeit beim Reparieren und schließlich 80 Euro, als nur noch der Gang zum Fahrradshop blieb. Schuld waren die vielen Glasscherben auf den Radwegen. Mit Minimalgepäck unterwegs waren Ersatzteile und richtige Schuhe nicht drin. So schleppte er auf den dünnen Sohlen der Rennradschuhe sein Gefährt auf dem Rücken bis in die Werkstatt. "So etwas bleibt lebhaft in Erinnerung", sagt der Extremradler.

Aber auch der erste, sehr bergige Abschnitt zwischen Edinburgh und Newcastle war eine Geschichte für sich. Links liegen ließ er diesmal Amsterdam, weil er sich bei der ersten Tour ohne Karte im Großstadtdschungel verfuhr.