In Weimar wird das 90. Jahr des Fundes der Ehringsdorfer Urfrau gefeiert

Weimar  Zum Tag des Geotopes am Sonntag, 20. September 2015, wird das 90. Jahr des Fundes der Ehringsdorfer Urfrau gefeiert. Im zarten Alter von vier Jahren zählte es zur Kinderzimmerlektüre von Günter Zimermann: Der Schatzgräber von Ehringsdorf.

Verlagsbesitzer Steffen Knabe präsentiert gemeinsam mit Günter Zimmermann, Gunter Braniek und Tim Schüler (v.l.) die Neuauflage des Jugendbuches „Der Schatzgräber von Ehringsdorf“. Foto: Wolf

Verlagsbesitzer Steffen Knabe präsentiert gemeinsam mit Günter Zimmermann, Gunter Braniek und Tim Schüler (v.l.) die Neuauflage des Jugendbuches „Der Schatzgräber von Ehringsdorf“. Foto: Wolf

Foto: zgt

Herausgegeben Mitte der 1950er Jahre beschäftigte sich die Erzählung von Albrecht von Heinemann mit den archäologischen Funden aus den 1920er Jahren im heutigen Weimarer Ortsteil.

Heute, rund 60 Jahre später wurde das Buch erneut aufgelegt, natürlich wie die Erstauflage in der Reihe Knabes Jugendbücherei. „Wir sind immer wieder auf der Suche nach Neuauflagen, die wir einem neuen Zielpublikum näherbringen können“, sagt Steffen Knabe, Verlagsinhaber und Urenkel des Verlagsgründers Karl Friedrich Knabe. Am Äußeren änderte der Verlag fast nichts, das sei schon einmal schief gegangen. Ein Jahr nach der Erstauflage brachte der Knabe Verlag das inhaltlich gleiche Buch unter dem Titel „Steine sprechen“ heraus. Die Auflage ging jedoch unter.

Die Zweitauflage regte Günter Zimmermann an, der heute das Vereinshaus „Zur Linde“ in Ehringsdorf betreibt. Pünktlich zum Tag des Geotopes am Sonntag liest Heike Winter aus dem Jugendbuchklassiker. Wo? Natürlich im Vereinshaus „Zur Linde“. Das historische Gebäude ist in den Händen des Heimatvereins wieder zum Dreh- und Angelpunkt der Ortsgeschichte geworden, nicht unlängst durch die historischen Wandbemalungen von Siegfried Karl Hermann Kötscher (1886-1954).

Zuvor werden Schüler des Musikgymnasiums Schloss Belvedere ab 11 Uhr die Feier eröffnen, während das Grußwort der Präsident der Universität Erfurt Professor Walter Bauer-Wabnegg halten wird. Anschließend folgt ein Vortrag des Jenaer Professors Dietrich Mania, der schon am Freitagabend im Bienenmuseum seine Ausführungen zu den „Spuren der Eiszeit“ halten wird. Gefeiert wird vor allem das 90. Jahr des Fundes der Ehringsdorfer Urfrau durch Ernst und Kurt Lindig im Jahr 1925. Angeregt wurde diese Feier durch den Weimarer Geologen Gunter Braniek. In Zusammenarbeit mit Tim Schüler vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie möchte Braniek so auf die Besonderheiten von Ehringsdorf und seinen Vorgängersiedlungen aufmerksam machen, die bis zu 230 000 Jahre zurück reichen.

l Heute, 17.September 2015, 18 Uhr, Deutsches Bienenmuseum, Ilmstraße 3, Weimar, „Spuren der Eiszeit“, Einführungsvortrag. Sonntag, 20.September 2015, 11 Uhr Vortrag und Führung, Travertinensteinbruch Ehringsdorf , 14 Uhr Buchlesung „Der Schatzgräber von Ehringsdorf“, „Zur Linde“, Weimarische Straße 1, Ehringsdorf.