Kunsthandwerk im Erfurter Brühl: Heizwerk zog zwei Tage lang an

Der Umzug des Kunsthandwerkermarktes vom Petersberg ins Brühl hat der Beliebtheit keinen Abbruch getan.

Startet mit einer Recycling-Idee durch: Der Erfurter Thomas Heer war mit einer Taschen-Kollektion beim Kunsthandwerkermarkt, die durchaus zum Kult werden könnte. Aus ausgesonderten Armee-Decken, Luftmatratzen, Fahrradschläuchen oder den Lederbezügen alter Sportgeräte macht er Umhängetaschen. Foto: Hartmut Schwarz

Startet mit einer Recycling-Idee durch: Der Erfurter Thomas Heer war mit einer Taschen-Kollektion beim Kunsthandwerkermarkt, die durchaus zum Kult werden könnte. Aus ausgesonderten Armee-Decken, Luftmatratzen, Fahrradschläuchen oder den Lederbezügen alter Sportgeräte macht er Umhängetaschen. Foto: Hartmut Schwarz

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Altstadt. Markt-Organisator Andreas Wolf glaubt sogar, dass es jetzt noch mehr Besucher sind, die den Weg in das Markttreiben suchen, das er 2014 bereits im zehnten Jahr zusammenstellte. Nach dem ersten Markt im neuen Domizil, im historischen Heizhaus, waren es im Frühjahr etwa 2500 Besucher, die gezählt wurden. Im Herbst seien es erfahrungsgemäß wesentlich mehr, da viele bereits auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken seien, für die der Kunsthandwerkermarkt eine wahre Fundgrube ist.

Gelegenheiten, fündig zu werden, gab es beim Kunsthandwerkermarkt an mehr als neunzig Ständen. Fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren, als Andreas Wolf der Landeshauptstadt erstmals die bunte Vielfalt präsentierte, die es zuvor nur auf seinem Kulturhof in Zickra, einem Ortsteil von Berga/Elster, gab. "Mehr als neunzig Stände sollten es auch künftig nicht sein", lehnt Andreas Wolf kategorisch Nachfragen ab.

Zum Herbstmarkt 2014 habe er wieder 55 Händlern und Kunsthandwerkern absagen müssen. Die er demnächst berücksichtigen will, beim kommenden Frühjahrsmarkt. Wolf: "Wenn ich die Größe halte, profitieren davon vor allem die Besucher, da ich jetzt mehr auf Qualität und Abwechslung achten kann."

Qualität geht vor Quantität

Insgesamt sind es im Jahr 24 Märkte in ähnlicher Dimension, die er im mitteldeutschen Raum veranstaltet. Die Kunsthandwerkermärkte in Erfurt sind neben dem Mitteldeutschen Käsemarkt im Deutschen Landwirtschaftsmuseum im Schloss Blankenhain stets der Höhepunkt. Sie werden von den Markttreibenden und den Besuchern am meisten nachgefragt. Deshalb ist es ihm auch wichtig, dass der Markt ein fester Programmpunkt im kulturellen Leben der Landeshauptstadt bleibt. Etwas mit Sorge blickt Wolf dabei auf das derzeitige Domizil im Heizhaus. Denn irgendwann, so vermutet er, wird von der Landesentwicklungsgesellschaft dafür ein fester Nutzer gefunden. Wo dann der Kunsthandwerkermarkt in Erfurt stattfinden soll? Er weiß es nicht - und hofft deshalb, dass das Heizwerk noch möglichst lange ungeheizt bleibt, zur Verfügung steht, als Bühne für das Kunsthandwerk.

Handwerkliches allein wird dabei schon längst nicht mehr angeboten. Der Markt ist inzwischen auch eine Bühne für Aktionskünstler, Musiker und Schausteller. Auch bei der jüngsten Veranstaltung gab es einen Mix aus Puppenspiel, Clownerie, Tango und Jazz, Stelzenlauf und Modenschau. Alte Handwerkskunst wurde vorgeführt, und deftige regionale Küche (Mutzbraten) machte mächtig Appetit.

Diesen Mix plant Andreas Wolf künftig als ständiges Angebot für Besucher. Allerdings nicht in Erfurt, sondern im vogtländischen Greiz. In der Ausflugsregion um das Waldhaus habe man bereits ein altes Forsthaus nebst Bungalows und Gelände erworben. Geplant seien als Ergänzung eine Waldbühne, ein kleines Café, eine Fahrradausleihe und kleine Regionalläden. Dieses Künstlerdorf will künftig eine kleine Gemeinschaft bewirtschaften, die zum Teil auch auf dem Herbstmarkt in Erfurt dabei war. Acht Kunsthandwerker/Künstler können die Eröffnung kaum erwarten.

Bild 1: Startet mit einer Recycling-Idee durch: Der Erfurter Thomas

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