„Ladies Circle“ unterstützt Kochteam im Jugendhaus am Wiesenhügel

Wiesenhügel  Gesund soll es sein und mit saisonalen Zutaten: Am Wiesenhügel in Erfurt stellen junge Menschen einen „Schmaus im Jugendhaus“ zusammen – und erhalten Unterstützung.

Geschnippelt, gerieben, püriert, gekocht, geschält und angerichtet: Yasine, Michael Stark und Keven (von links) sind das aktuelle Küchenteam Foto: Lydia Werner

Geschnippelt, gerieben, püriert, gekocht, geschält und angerichtet: Yasine, Michael Stark und Keven (von links) sind das aktuelle Küchenteam Foto: Lydia Werner

Foto: zgt

Ratzekahl leergefuttert sind die Teller und Schüsseln am Ende stets. Mit Lob halten sich die Besucher des Jugendhauses am Wiesenhügel hingegen eher zurück. Ist nicht so ihr Ding. Für Michael Stark genügt der gesunde Appetit, mit dem das Essen verspeist wird. „Also hat es doch geschmeckt“, sagt er.

Der Ernährungswissenschaftler kann es selbst kaum glauben, den „Schmaus im Jugendhaus“ stellt er mittlerweile schon im fünften Jahr auf die Beine. Jeden Dienstag wird geschält, geschnippelt, gekocht, gebrutzelt und gerührt. Dabei stehen ihm in der Küche des Jugendhauses am Wiesenhügel stets zwei Freiwillige zur Seite. Die bilden für fünf Dienstage das Kochteam, damit auch was hängenbleibt von dem, was die Mädchen und Jungs sich in der Küche abgeguckt haben.

„Die Jungs kochen gut“, lobt Katrin Leipold-Kuller, die das Jugendhaus leitet. Den Tisch zu decken und während des Kochens und nach dem Essen den Abwasch zu erledigen, gehört dazu – ohne Murren.

Wenn es allerdings darum geht, was in der kommenden Woche auf dem Speiseplan stehen soll, kommt immer die gleiche Antwort: Nudeln mit Tomatensoße. Gibt es aber nicht. Das Gericht ist zu einfach.

Möglichst frisch sollen die Zutaten sein, gern auch aus der Region und vor allem passend zur Saison. Zur Bärlauchzeit blickten die Jugendlichen ein Bärlauchcremsüppchen misstrauisch an, um es dann doch zu verputzen. Demnächst gibt‘s vielleicht gebratenen Spargel. Diesmal standen Pellkartoffeln mit Käsedip und einem Dip mit Würstchen, Paprika und pürierten Radieschen auf dem Tisch. Der Nachtisch war ein Schichtdessert mit geriebenen Äpfeln, gerösteten Haferflocken, Quark und Schlagsahne.

Das Einkaufen der Zutaten dürfte in nächster Zeit etwas leichter fallen. Eine Geldspende in Höhe von 500,69 Euro haben die Mitglieder des „Ladies Circle Erfurt“ überbracht. Der hat sich erst im vergangenen Jahr gegründet und war auf der Suche nach einem Projekt, das Unterstützung braucht. Ein „Ladies Circle“ engagiert sich ehrenamtlich für soziale Projekte und unterstützt diese finanziell und tatkräftig.

„Wir haben beim Stadtjugendring nachgefragt. So kamen wir auf den Wiesenhügel“, berichtet Antje Gutmann. Am „Schmaus im Jugendhaus“ gefällt den Frauen besonders, dass frisch gekocht wird und alle gemeinsam essen. Wer sich für den Schmaus anmeldet, zahlt einen Euro. Das ist aber als symbolisch zu verbuchen. Weil es in vielen Köpfen nichts wert ist, wenn es nichts kostet. Finanzieren lässt sich der Einkauf damit nicht.

Kuchenverkauf auf dem Martinimarkt, Anschreiben von Sponsoren, der Verkauf von „Erdbeerleim“, einem selbstgemachten Likör, eine Tombola und Blut spenden waren bislang die Einnahmequellen des Erfurter „Ladies Circle“. Die 69 Cent haben die Damen draufgelegt, weil ihr Club die Nummer 69 trägt. Sie suchen übrigens noch Mitstreiterinnen, das Höchstalter ist aber auf 45 Jahre begrenzt. Wer danach Gutes tun will, wechselt einfach in einen nachfolgenden Club, erklären die Circle-Ladies. Ideen, wie sie aktiv werden können, haben sie noch viele. Im Jugendhaus am Wiesenhügel aber gaben sie schon einmal das Versprechen, sich auch künftig einzubringen.

www.ladies-circle-erfurt.de