Landkreis Gotha: Mit Sternmarsch zum Jonastal wird der Befreiung des KZ-Außenlagers gedacht

Crawinkel  Vor 70 Jahren haben Alliierte das Buchenwald-Außenlager im Jonastal befreit. Daran soll am 4. April 2015 mit einem Sternmarsch erinnert werden. Die Schirmherren rechnen mit tausend Teilnehmern.

Heinz Bley (CDU/Bürgermeister von Crawinkel) ruft mit der Plakette zur Teilnahme am Sternmarsch zum Jonastal am 4. April 2015 auf, der an die Befreiung des Außenlagers vor 70 Jahren durch Alliierte erinnert. Foto: Wieland Fischer

Heinz Bley (CDU/Bürgermeister von Crawinkel) ruft mit der Plakette zur Teilnahme am Sternmarsch zum Jonastal am 4. April 2015 auf, der an die Befreiung des Außenlagers vor 70 Jahren durch Alliierte erinnert. Foto: Wieland Fischer

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(wifi) Die Schirmherren des Sternmarsches, Petra Enders (Landrätin Ilmkreis/Linke), Albrecht Dürer (Bürgermeister von Liebenstein/Ilmkreis) und das Bündnis „Sternmarsch Jonastal 2015“, zu dem auch Crawinkels Bürgermeister Heinz Bley (CDU) zählt, rufen alle Interessierten zur Teilnahme unter freiem Himmel und am Jonastal-Denkmal am 4. April 2015, um 11 Uhr auf. „Wir rechnen mit tausend Teilnehmern“, sagt Heinz Bley.

Die Veranstaltung steht dieses Jahr im Zeichen der Erinnerung an die Todesmärsche der Häftlinge im Außenkommando S III des Konzentrationslagers Buchenwald vor 70 Jahren. Eine Stunde vor Beginn setzen sich aus drei Richtungen Marschgruppen zum Denkmal in Bewegung. Zuvor werden Busse in den Dörfern und Städten der Umgebung an Treffpunkten die Teilnehmer abholen und zu den Ausgangsorten bringen. Im Kreis Gotha fahren sie von Ohrdruf, Crawinkel und Wölfis nach Gossel. Von dort führt der Marsch zu Fuß zur Gedenkstätte. Die Treffpunkte, Abfahrt- und Rückfahrtzeiten werden rechtzeitig bekanntgegeben, heißt es.

Als Todesmärsche gingen Evakuierungen von Häftlingen aus den Außenkommandos sowie aus den Konzentrationslagern in Thüringen zum Ende des Zweiten Weltkrieges in die Landesgeschichte ein, bei denen der Tod der Häftlinge billigend in Kauf genommen wurde. Thüringen war von der NS-Führung des Dritten Reiches auserkoren, als Rückzugsgebiet sowie Schutz- und Trutzgau das „Tausendjährige Reich“ der Nazis zu retten. Dazu wurde auch der Ausbau einer neuen Unterkunft für ein Führerhauptquartier Ende 1944 befohlen. Dieses Sonderbauvorhaben sowie deren Häftlingslager trugen die Abkürzung S III. Teillager des Konzentrationslagers Buchenwald befanden sich in Ohrdruf, Crawinkel und Espenfeld. Der amerikanischen Aufklärung waren die Häftlingstransporte, die Arbeiten und Verlagerungen rund um Ohrdruf nicht verborgen geblieben und so wurde die Stadt zum Hauptziel des blitzartigen Truppenvorstoßes. Ohrdruf wurde am Abend des 4. April 1945 erreicht. Am 3. April 1945 begannen die Todesmärsche der Häftlinge aus S III mit der Evakuierung des Nordlagers Ohrdruf mit dem Ziel Buchenwald. Am 7. April 1945 wurde mit der Evakuierung des Stammlagers in Buchenwald begonnen. Tausende der S-III-Häftlinge kamen dabei um.

Dazu der Kommentar von Wieland Fischer unter der Überschrift „Naheliegend“:

Heinz Bley ruft zur Teilnahme am Sternmarsch Jonastal auf. Für einen Bürgermeister von Crawinkel ist das naheliegend. Schließlich erinnert die Gedenkstätte an die Barbarei der NS-Zeit nur wenige Schritte entfernt. Dass er das als CDU-Mann tut, ist eher ungewöhnlich. Einige seiner Parteifreunde hätten das missbilligt, sagt er. Ihr Argument: Ostermärsche seien mehr von Linken besetzt. Wie jüngste Kundgebungen in Ohrdruf gegen Aufnahme von Asylbewerbern oder das frühere „braune Haus“ in Crawinkel zeigen, braucht es eine parteiübergreifende Geschlossenheit gegen Ewiggestrige.

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