Neues Bürgerhaus in Wangenheim eingeweiht

In Wangenheim gibt es jetzt ein Bürgerhaus. Wo einst der Inspektor der Herren von Wangenheim wohnte und zu DDR-Zeiten die Dorfbewohner ein Wannenbad nahmen, da finden jetzt Feuerwehr, Jugend und Vereine ein Domizil.

Zur Einweihung des neuen Bürgerhauses in Wangenheim sang auch der Gemischte Chor des Ortes und verlieh dem Ganzen eine feierlich-musikalische Note. Foto: Wieland Fischer

Foto: zgt

Wangenheim. Zu Ostern nahm die Gemeinde den "Roten Hof" als Bürgerhaus gebührend in Besitz. "Der Rote Hof soll lange blühen und Generationen überstehen", sang der Gemischte Chor Wangenheim zur Einweihung. Das von Christa Dölz verfasste und unter Leitung von Wilfried Grosche gesungene Lied beschreibt den Beginn einer neuen Ära des ortsbildprägenden Gebäudes. Es bietet fortan im Kellergewölbe der Jugend einen Treffpunkt. Im Erdgeschoss stehen der freiwilligen Feuerwehr Umkleide- und Versammlungsräume zur Verfügung. Im Obergeschoss sind zwei Räume für Feiern und Veranstaltungen eingerichtet.

Nichts erinnert mehr daran, dass das mehr als 200 Jahre alte Anwesen nahe daran war, abgerissen zu werden. "Das Haus war total heruntergekommen", beschreibt Bürgermeister Dieter Jakob dessen Zustand vor dem 2009 begonnenen Umbau. Der einstige Inspektorhof, der auch als LPG-Verwaltungssitz, Schule, Kindergarten und Arztpraxis diente, war nach der Wende verlassen und verfiel. Weil die Kommune Restitutionsansprüche befürchtete, investierte sie nicht. Das änderte sich, als 2004 geklärt war, dass die Wangenheimer eine Rückführung des Anwesens ausschlossen.

Der Gemeinderat entschied 2007, den "Roten Hof" als Bürgerhaus auszubauen. Bürgermeister und Rat ließen sich davon leiten, weil Wangenheim kein Bürgerhaus und keinen Saal hat. "Ohne Fördermittel hätten wir das nicht stemmen können", betont Jakob angesichts der Baukosten in Höhe von 550 000 Euro, davon wurden 300 000 Euro gefördert. Wohlweislich habe die Gemeinde die höchstmögliche Förderung beantragt. Denn ursprünglich hatten die Planer 450 000 Euro als Baukosten veranschlagt. Doch bei der Dachsanierung stellte sich heraus, dass das nicht reichen werde. Das Dachgeschoss musste komplett erneuert werden. Die Kosten schraubten sich in die Höhe. Die Gemeinde konnte sich das leisten, weil sie Rücklagen von Abgaben des Windanlagenbetreibers "Boreas" gespart hatte und so den Eigenanteil aufbringen konnte.

"Entstanden ist etwas Vernünftiges", stellte der Bürgermeister zur Einweihung fest. Nach Abriss der Nebengelasse und mit der Kirche in unmittelbarer Nähe ergebe sich nun ein Dorfmittelpunkt, der sich auch über Wangenheim hinaus sehen lassen könne. Damit nicht genug. Das benachbarte Gerätehaus der Feuerwehr will die Kommune noch dieses Jahr ausbauen lassen, um dort weiterhin die Technik unterstellen zu können. Im Bürgerhaus bleiben die Umkleideräume. Bis zum Einsatzwagen benötigen die Kameraden auch dann nur wenige Schritte.

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